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LIMBOGOTT - One Minute Violence

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Artist LIMBOGOTT
Title One Minute Violence
Homepage LIMBOGOTT
Label TIEFDRUCK-MUSIK
Veröffentlichung ..
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Und der LIMBOGOTT tanzte nur einen Sommer? Nein, ganz gewiss nicht, denn dieser norddeutsche 6er hat das Zeug zu mehr. Zunächst hatte ich die Truppe des Namens wegen ja in der Rubrik „Spass Act“ abgelegt, so wie KNORKATOR, aber als die Lobeshymnen gar nicht abreißen wollten, und auch meine Kollegen vor Ort beim Woodstage den Mund vor Freude kaum wieder zukriegten, war klar, dass da mehr sein muss. „Woodstage“ ist übrigens ein gutes Strichwort, denn hier supportete man (im weitesten Sinne) MARILYN MANSON, der ganz sicher ein guter Vorreiter für die Deutschen war, die doch so undeutsch klingen.

Denn wer so ungestüm drauflos poltert, mit brachialer, fast punkiger Energie, dabei aber im Hintergrund das Songwriting doch perfekt auf den Punkt bringt, der beherrscht ein wenig mehr als das germanische Electro Rock Baukasten System. Zudem kriegen die beiden (!) Frontmänner, die sich Lard Mason und Limbosonic nennen und live tarntechnisch auch bei FUNKER VOGT eine gute Figur abgeben würden, sprachlich das Englische Textgut sehr authentisch auf die Reihe. Songtitel wie „Rockstar Dick“ oder „Razormuschi“ besitzen auch noch mehr Humor als alle „Berlin Berlin Hip Hop Proleten“ zusammen. Aber letztendlich sind es die 17 Songs selbst, die ordentlich kicken und dabei durchgängig auf hohem Niveau verbleiben. Auf das Electro Grundgerüst werden fett bratzende Gitarrenriffs gelegt, die sich im Metal sehr wohl fühlen würden, Psycho Metal ist das oder Electro Metal, mit Eiern in der Hose und hohem Abgehfaktor. MANSONs Stilmischmasch lugt schon an einigen Ecken durch, dazu straightere NIN oder die Aggressivität PITCHSHIFTERs. Laut/ Leise Dynamics geben den Tracks den letzten Schliff, nicht mehr besonders innovativ heutzutage aber sehr fein inszeniert. Highlights sind das treibende und sehr MANSONige „Stash“, „Fuck Inc.“, wo man Future Pop Elemente mit chilligeren Momenten kreuzt, bevor wieder die Keule regiert und schließlich natürlich der „Drugstore Cowboy“ (nach einem Gus Van Sant Film), geradezu beängstigend räudig rausgerotzter Slasher.

Vielleicht werden die Limbogötter niemals wieder so einen ungestümen Sound hinbekommen, aber mit diesem Erstling reiht man sich bereits ganz oben in die Electro Metal-Riege ein, wo man sich vor niemandem fürchten muss, ganz egal, in welchem Ländle der seine Häufchen macht. Dance the Limbo!

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