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LIMBOGOTT - Pharmaboy

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Artist LIMBOGOTT
Title Pharmaboy
Homepage LIMBOGOTT
Label TIEFDRUCK MUSIK
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
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10.0/10 (1 Bewertungen)

Gerade mal ein Jahr ist vergangen, seit die sechs Herren aus dem norddeutschen Kaff Schaalby ihren vielbeachteten Erstling „One Minute Violence“ vorgelegt haben. Und 2005 hat das Sextett nicht nur für zahlreiche Liveauftritte wie z.B. auf dem M’era Luna oder dem Woodstage genutzt, nein, ganz offensichtlich bietet die Schleswiger Tiefebene so wenig Abwechslung, dass die Jungs sich gleich an ein neues Album gemacht haben. Mit „One Minute Violence“ haben LIMBOGOTT die Messlatte selbst sehr hoch gelegt, und so darf man gespannt sein, ob sie an die Qualitäten ihres Debüts herankommen.

Um es vorwegzunehmen: Sie kommen. Sie kommen sogar ganz gewaltig. Der Opener und die gleichzeitig erste Singleauskopplung „Cut Throat“ weist ab der ersten Sekunde die Richtung. Da wird nicht lange gefackelt, sondern gleich mit brachialer Gewalt losgeknüppelt. Dabei ergänzen sich die Stimmen der beiden Sänger Lard Mason und Limbosonic perfekt. Während der eine eher für die süßen Melodien zuständig ist, sorgt der andere für die dreckigen Shouts. Unterstützung finden die beiden in ihren Kollegen Sprodd Kall, Tim Machine (beide Gitarre und Synthesizer), T.B. Lemper (Synths.) und HP Nixon an den Drums. Die krude Namensgebung zieht sich demnach durch die gesamte Band, doch das sind Nebensächlichkeiten. Wirklich gelungen ist in jedem Fall der Symbiose zwischen den fetten Gitarren und zahlreichen elektronischen Spielereien. Wohltuend für den Sound auch der Einsatz des organischen Schlagzeuges, wodurch das Synthesizer-Drumkit enorm aufgewertet wird. Unverkennbar sind die stilistischen Einflüsse MARILYN MANSONs, der NINE INCH NAILS, THE PRODIGYs oder MINISTRYs. Fast hat man den Eindruck, LIMBOGOTT hätten die Musik dieser Bands auseinander genommen, um sie dann neu nach ihrem Gutdünken zu formen. Treu geblieben ist man dem Konzept, zwischendurch kurze „Verschnauftracks“ einzufügen. In diesen etwa einminütigen Bremsern wird ein bisschen die Geschwindigkeit rausgenommen, was dem Hörgenuss aber keineswegs schadet. Vielmehr bieten sie kleine akustische Überraschungen, die als Überleitung zum nächsten Gitarren- und Electrogewitter dienen. In den Clubs dürfte uns „In Hell They Didn’t Want Me“ noch über den Weg laufen – bestens geeignet, um sich die Seele aus dem Leib zu tanzen. Der Titelsong „Pharmaboy“ besticht durch verstörende Klangstrukturen. Erstaunlich sachte geht es los, bis plötzlich eine Gitarrenlawine losgetreten wird. Gepaart ist das Ganze mit blitzschnellen Trommelwirbeln und äußerst bösem Gesang. Mein persönlicher Favorit ist „J. Edgar“, hier gefällt mir das Zusammenspiel der gesamten Band und der Einsatz der Electro- und Metalelemente am besten.

Letztendlich kann ich aber nur jedem mit Interesse an Industrial Metal mit leichtem Punk-Einschlag empfehlen, sich die Platte selbst anzuhören. Mit einmal Hören ist es da allerdings kaum getan, auch nach einigen Durchgängen finden sich immer wieder neue Eindrücke, die „Pharmaboy“ zu einem würdigen Nachfolger von „One Minute Violence“ werden lassen.

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