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LIMBOGOTT - Spit or Swallow

VN:F [1.9.22_1171]
Artist LIMBOGOTT
Title Spit or Swallow
Homepage LIMBOGOTT
Label TIEFDRUCK MUSIK
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
4.3/10 (3 Bewertungen)

„One Minute Violence“ war der Name der Erstveröffentlichung der Limbogötter, seitdem ist aber schon das Ein oder Andere passiert, so spielte man diverse Gigs mit Größen wie IN EXTREMO, D’ESPAIRS RAY oder DILLINGER ESCAPE PLAN, trat auf dem M’era Luna auf und kann auch Clubshows in ganz Europa mit in die Biographie aufnehmen. Während der ausladenden Tourerei kam man sogar noch dazu, neue Stücke zu schreiben, die man dann im Hauseigenen Tonstudio, im idyllischen Schaalby (ein 300 Seelendorf in Schleswig-Holstein) zu fertigen Tracks zusammengebaut und aufgenommen wurden. Auf „Spit or Swallow“, dem neuesten Werk der sechsköpfigen Formation, sind sowohl deutsche als auch englischsprachige Texte zu finden. 17 Tracks gilt es zu bewerten.

Nach einem düsteren Voice Sample gefolgt von dem Ausruf „Eins, Zwei, Drei, Vier!“ verbreitet man mittels „Daily Routine“ düstere Stimmung durch abgehacktes Industrial Riffing, das von zum Teil schaurigen Elektrosamples untermalt wird. Man lässt das Ganze durch melancholisch gesungene Vocals dann noch trister erscheinen. Diese Tristesse wird allerdings in der Bridge vergessen, indem man das Gejammer weg lässt und es durch fast geshoutete Textzeilen ersetzt. Der Chorus fällt wiederum clean aus und lädt mit relativ simplen Textzeilen wie „Nothing can release my pain, it became my daily Routine“ zum Mitsingen ein. „Angst“ scheint der erste deutschsprachige Track der Scheibe zu sein, doch die sehr kurze Spielzeit unter einer Minute macht doch ein wenig stutzig. Tatsächlich gehört „Angst“ genauso wie auch „Kindergarten“ oder „Zeitgeist“ zu den kurzen Tracks, die als Zwischenspiel gedacht sind (im übrigen allesamt Begriffe, die Deutsch wie Englisch funktionieren). Es sind kurze Instrumentalstücke, die sich aus „Elektrogedudel“ und dem Einsatz von Streichinstrumenten zusammensetzen. Um kurz Luft zu holen und eventuell aufgeschnappte Textfetzen zu verarbeiten, sind diese Pausen genau richtig, böse Zungen hingegen würden einfach behaupten, dass man so was mit auf eine Platte klatscht, um die Spielzeit ein wenig zu erhöhen. Der erste und einzige deutschsprachige Track, den LIMBOGOTT auf ihrem Silberling tatsächlich abliefern, ist das NEUBAUTEN-Cover „Haus der Lüge“, bei dem man erfrischend anders vorgeht als bei den Eigenkompositionen. In gerappter Form durchschreitet man das alte Gemäuer durch alle Stockwerke hindurch. Die abgehackten Riffs in Kombination mit den Elektro- bzw. Industrialklängen, über die dann auch noch mit depressiver Stimme der Sprechgesang durchgeführt wird, bilden das ganz große Highlight der Scheibe. Nachdem sich nun die Spielzeit bereits dem Ende nähert und man schon diverse Stilrichtungen wie HipHop, Elektro, Hardcore (insbesondere durch die Shouts), Industrial und alles sonst noch erdenkliche (außer Polka und Volksmusik vielleicht) goutiert hat, fehlt natürlich noch… eine Ballade, und geliefert wird diese durch „Close to you“. Man verzichtet auf einen Großteil der Effekte, nimmt die Zerre aus den Gitarren und singt clean „I just wanna be close to you“ im Refrain. Ein gelungenes Stück, das auch an manchen Stellen Gänsehaut über die Arme kriechen lässt.

Man kann und muss sogar sagen, dass LIMBOGOTT ein abwechslungsreiches Album gelungen ist. Ähnlichkeiten zu KORN oder MARILYN MANSON kann man zwar nicht abstreiten, aber mehr als „das klingt so ähnlich wie…“ darf man nicht konstatieren. Stilistisch ist es schwer, „Spit or Swallow“ einzusortieren, was aber nichts negatives ist, denn warum sollte man nicht versuchen, ein breit gefächertes Publikum anzusprechen? Schmecken wird die Platte wahrscheinlich nicht jedem, weil – egal wie man die Songs auch variiert – die Elektroelemente ein wenig dominieren und das ist zweifellos nicht Jedermanns Sache. Hat man allerdings eine Schweißerbrille im Schrank und die ASP CDs im Regal stehen, so darf auch gerne bei LIMBOGOTT zugegriffen werden, denn schlechteres hat man allemal gehört. Wer sich an diese Art von Musik heran tasten möchte, sollte es auch mit „Spit or Swallow“ versuchen, denn von Eintönigkeit kann nicht die Rede sein.

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