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LINDI ORTEGA - Little Red Boots

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Artist LINDI ORTEGA
Title Little Red Boots
Homepage LINDI ORTEGA
Label LAST GANG RECORDS
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
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5.5/10 (2 Bewertungen)

Country oder wie im vorliegenden Fall Alternative Country fristet hierzulande ja eher ein Schattendasein. TEXAS LIGHTNING haben das Genre zumindest kurzfristig aus der zweiten Reihe geholt und nicht vergessen wollen wir natürlich die Berliner Cowboys von THE BOSSHOSS, die allerdings eine etwas eigenwillige (und sehr unterhaltsame) Interpretation des Begriffes „Country“ zum Besten geben. Miss LINDI ORTEGA, wohnhaft in Toronto/ Kanada, irisch-mexikanische Wurzeln ihr eigen nennend, bedient da mit ihrem Debüt „Little Red Boots“ eher das klassische Sujet, wie man es in den Staaten an jeder Ecke hört, bei uns jedoch nur unter „ferner liefen“ wahrnimmt.

Wenn überhaupt, dabei hätte der brünette Wirbelwind, der seinen roten Cowboystiefeln gleich eine ganze Platte widmet, durchaus mehr Aufmerksamkeit verdient. Gesegnet mit einer Stimme, die genauso gut zuckersüß wie rau klingen kann, sorgt sie gleich mit dem aufgeräumten Opener „Little Lie“ für wippende Füße, was natürlich zum Teil auch ihrer rhythmusversesssenen Begleitmannschaft geschuldet ist. Dank Slide-Guitar und viel Gefühl weiß auch „When All The Stars Align“ zu gefallen, bevor bei „Blue Bird“ ein flottes Banjo aufspielt. „Angels“ lässt es etwas ruhiger, dafür aber hochemotional angehen. Zeit, um einmal durchzuatmen, ehe Fräulein Ortega mit viel Tempo klarstellt: „I’m Not Elvis Presley“. Ich hatte mir so etwas schon gedacht, aber gut, dass sie es noch mal in aller Deutlichkeit und mit viel Schwung beteuert. Die „Little Red Boots“ schlurfen hingegen im Takt über den staubigen Saloonboden, während draußen Präriegrasbüschel vorbeiwehen. „Dying of Another Broken Heart“ beschränkt sich fast ausschließlich auf akustische Gitarrenklänge und bezaubernde Vocals, wohingegen „All My Friends“ wieder sämtliche Register zieht und dabei gar nicht gut gelaunt von den guten Freunden der Sängerin handelt, sondern vielmehr die vermeintlichen „good friends“ wie den Kollegen Jack Daniels thematisiert. „Fall Down Or Fly“ fordert mit einem sanften Tritt in den Allerwertesten auf, nicht aufzugeben und mit „Jimmy Dean“ ist keineswegs James Dean gemeint, sondern der ebenfalls schon verstorbene Country-Sänger JIMMY DEAN, dem LINDI ORTEGA hier ein flottes Ständchen bringt. Richtig cool geht’s bei „Black Fly“ zu, um schließlich mit „So Sad“ mit leisen Tönen zu enden.

Lindi nennt das musikalische Gebiet, in dem sie unterwegs ist eine „Straßenrand Motel Liebesaffäre zwischen altmodischen Gesetzlosen und Country Darlings“. Ein Bild, das sie in ihren Liedern durchaus einzufangen vermag. Und es würde mich wundern, wenn die Dame mit dem süßen Vibrato in der Stimme nicht zumindest jenseits des Großen Teiches auf dem besten Wege ist, ebenfalls ein Country Darling zu werden.

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