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LINKIN PARK - A Thousand Suns

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Artist LINKIN PARK
Title A Thousand Suns
Homepage LINKIN PARK
Label WARNER
Leserbewertung
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6.9/10 (8 Bewertungen)

Jetzt ist sie also endlich draußen, die vierte Studioplatte von LINKIN PARK. Die Mannschaft um Chester Bennington und Mike Shinoda lässt sich ja gern ein bisschen Zeit, weshalb es in 16 Jahren Bandgeschichte vergleichsweise wenig Output gab. Dafür haben die Kalifornier mit den drei Vorgängern richtig abgeräumt und es zu einer der bekanntesten und bestverkauften Rockcombos gebracht, die mit ihrem mainstreamtauglichen Alternative Metal die Massen begeistert.

Die werden beim Hören von „A Thousand Suns“ vermutlich große Augen machen, denn der aktuelle Silberling hat nur wenig mit dem zu tun, was LINKIN PARK bisher abgeliefert haben. Statt krachender Gitarrenriffs erwarten den Hörer heuer geradezu poppige Sounds, so dass es ne ganze Weile dauert, bis schließlich die Gitarrensaiten beim neunten Song „Blackout“ in gewohnter Weise bearbeitet werden. Doch der Reihe nach, schließlich soll man das Album in einem Rutsch durchhören. Zumindest empfiehlt dies der gute Chester, der sich beim Opener „The Requiem“ vornehm zurück hält und den Gesang in die Hände einer lieblich anzuhörenden Dame gibt, bevor „The Radiance“ mit Herzschlagklängen und Sprechgesang nahtlos weitermacht. Das ist hierher eigentlich alles noch Vorgeplänkel, so richtig los geht’s erst mit dem wahrlich poppigen „Burning In The Skies“. Überhaupt haben LINKIN PARK anno 2010 eine deutliche Vorliebe für kleine Intermezzi und spielen mit den unterschiedlichsten Stilmitteln. Bei „When They Come For Me“ wird zu Tribal-Rhythmen gerockt, ehe „Robot Boy” mit Pianogeklimper und Drumcomputer-Beats um die Ecke kommt. Bei dieser Slowmotion-Nummer wären auch noch Wunderkerzen drin, aber da nähert sich auch schon das nächste klangliche Störfeuer namens „Jornada Del Muerto“, um schließlich an die zweite Singleauskopplung „Waiting For The End“ abzugeben. Mit dem Track können LINKIN PARK auch bei „Wetten dass…“ auftreten, ohne irgendein Mütterchen mit zu harten Klängen vor den Kopf zu stoßen. Die Rap-Gesänge klingen ein wenig nach Fußball-WM in Südafrika, da ist es schon gut, dass das besagte „Blackout“ unter Beweis stellt, dass der Sechser das Rocken doch nicht verlernt hat. Dafür werden bei „Wretches And Kings“ die Langäxte bis zum Anschlag verzerrt; in Kombination mit Mike Shinodas Rap-Einlagen gewagt, aber nicht uninteressant. Hier kommen übrigens wie beim sehr elektronisch anmutenden „Wisdom, Justice, And Love“ verfremdete Samples aus Reden von Studentenprotest-Führer Mario Savio, Atomphysiker Robert Oppenheimer und Bürgerrechtsikone Martin Luther King zum Einsatz. „Iridescent“ macht derweil auf große Hymne in Stile von U2 oder den KILLERS. „Fallout“ dient als verstörende Einpeitscher für die erste Single „The Catalyst“, die ebenfalls mit viel Elektronik überrascht und vom akustischen „Messenger“ abgelöst wird, der gleichzeitig auch das Ende der Langrille markiert.

„A Thousand Suns“ ist eine Herausforderung. Also bitte nicht gleich im ersten Durchgang verzweifeln! Zwar zündet nicht jede Idee hundertprozentig, aber nach der ersten Überraschung, etwas zu hören, was so gar nicht nach LINKIN PARK klingt, machen die Songs überwiegend doch Spaß, selbst wenn ich meine Verwunderung über den neuen Stil der Kapelle doch noch nicht ganz ablegen konnte.

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