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LINKIN PARK - The Hunting Party

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Artist LINKIN PARK
Title The Hunting Party
Homepage LINKIN PARK
Label WARNER
Leserbewertung
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9.2/10 (9 Bewertungen)

Beim Rock am Ring bzw. Rock im Park konnten die Fans bereits die ersten drei neuen Songs live erleben, jetzt folgt endlich das gesamte Album „The Hunting Party“, mit dem sich LINKIN PARK zwei Jahre nach dem teilweise heftig gescholtenen „Living Things“ zum sechsten Mal aus dem Studio melden. Die beiden Vorab-Singles „Guilty All The Same“ und „Until It’s Gone“ ließen es bereits ahnen: Die kalifornischen Superstars sind ziemlich angefressen und machen ihrem Ärger mit kompromisslosem, lautem und zornigem Rock Luft.

In diesem Sinne startet der Silberling auch mit „Keys In The Kingdom“. Mike Shinoda, Chester Bennington und ihre Mannen gehen auf Angriff und kombinieren Speed mit harmonischen Melodien, bevor die gelungene Crossover-Nummer vom HELMET-Vorstand Page Hamilton unterstützt wird. Ein weiteres Gastspiel offeriert das knüppelnde „Guilty All The Same“, bei dem der Eastcoast-Hip-Hopper RAKIM mit von der Partie ist. „The Summoning“ ist im Grunde nichts anderes als die flirrende Vorbereitung auf den Post-Hardcore-Punk von „War“, bei dem sich temporeiche Drums mit krachenden Sechssaiter, wummernden Tieftönern und Hochgeschwindigkeitsgesang paaren. „Wastelands“ klingt da durchaus eine Spur eingängiger, setzt aber weiterhin erfolgreich auch auf massive Gitarrenriffs und energiegeladene Grooves. Dank „Until It’s Gone“ werden es LINKIN PARK mit Sicherheit auch ins Formatradio schaffen, glücklicherweise haben die Amis jedoch auf den Weichspüler verzichtet und kratzen immer noch – ganz wie es sich gehört – im Gehörgang. Mit Daron Malakian (SYSTEM OF A DOWN) im Boot geht’s für „Rebellion“ in die Alternative-Metal-Vollen, ehe „Mark The Graves“ instrumentale Frickeleien mit etwas farblosen Vocalparts kombiniert. Dann doch wie bei „Drawbar“ gleich die Lyrics komplett weglassen und stattdessen mit Tom Morello (RAGE AGAINST THE MACHINE) im Akustikgewand klimpern. Nachdem man den Hörer auf diese Weise ein bisschen runtergeholt hat, serviert der Sechser mitsamt „Final Masquerade“ eine hymnische Stadionnummer zwischen Pop und Rock, worauf „A Line In The Sand“ auf der Zielgeraden noch mal mit Tempo und Ruppigkeit spielt.

Mit „The Hunting Party“ werden LINKIN PARK ihre Fans mit Sicherheit nicht enttäuschen. Der Longplayer, den die Band übrigens nach vielen Jahren der Zusammenarbeit mit Rick Rubin in Eigenregie produziert hat, ist solide Kost mit dem gewünschten Bumms, auch wenn vielleicht dafür innovative Sounds ein bisschen auf der Strecke blieben. Mit ihrem sechsten Streich sind die Crossover-Experten gleichzeitig ein Stück weit zu ihren Wurzeln zurückgekehrt – die ganz großen Hits der Anfangstage sucht man an dieser Stelle zwar vergeblich, aber dafür gibt es auch keine wirklichen Ausfälle zu beklagen. Nach 15 Jahren kann man sich wahrscheinlich auch nicht mal so eben neu erfinden.

 

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