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LISSY FEY - Da wo ich herkomm

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Artist LISSY FEY
Title Da wo ich herkomm
Homepage LISSY FEY
Label EIGENPRODUKTION
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„Da wo ich herkomm“ nennt LISSY FEY ihr per Crowdfunding finanziertes Debütalbum. Zwar heißt es im titelgebenden Opener: „Da wo ich herkomm‘ ist kein Land ist kein Ort“, aber natürlich hat die Singer-Songwriterin auch eine Heimat. Aufgewachsen ist sie mit drei Schwestern im ländlichen Hunsrück und nach Stationen in Osnabrück und Mainz ist sie aktuell in Köln zuhause. In dem besagten Song singt sie jedoch auch: „Wo ich herkomm… das seid alles nur ihr, ich bin die eine von vier, ich hab die Gene und den Mut, doch ein bisschen Freiheit tut gut“. Geprägt durch Gemeinschaft und Nähe, wählte sie früh und ohne Angst ihren eigenen Weg und ging der Sache nach, die sie am meisten begeisterte: der Musik.

Entsprechend enthält der Erstling elf Lieder, die ihrer Schöpferin viel bedeuten. Sie erzählen von kalten und grauen, warmen und weichen Beziehungen. Von Freundschaften, die zerfallen und jenen die bleiben, von Nähe und Distanz, vom Suchen nach dem eigenen Wert und dem Wunsch endlich nach Hause zu kommen. Aber auch von „Grenzen“, die Männer gern und immer noch viel zu selbstverständlich überschreiten und von „Pastinaken“, einem Gemüse, das für mein Dafürhalten ja ähnlich wie Süßkartoffeln komplett überschätzt wird. Aber ‚Pastinaken‘ reimt sich auf ‚Laken‘ und vielleicht war das an dieser Stelle schlicht entscheidend. Erwähnt sei auch noch das gefühlvolle „Hülle & Hauch“, das mit einer tollen Instrumentierung daherkommt. Fritz Moshammer leistet hier am Flügelhorn erstklassige Arbeit! Den Herrn hört man bei den bereits erwähnten „Pastinaken“ und auch bei „Komm heim“ mit Horn bzw. Trompete im Gepäck. Beim finalen „Türen“ ist derweil die Klarinette von Lea Herz herausragend.

Ich muss gestehen, dass mir „Da wo ich herkomm“ in Albumlänge ein wenig zu schwermütig und emotional fast schon überfrachtet erscheint. LISSY FEY pflegt einen Musikstil, der zu 99 % von jungen Frauen für junge Frauen gemacht wird: es geht dabei eigentlich immer ans Eingemachte und gefühlt fließen sowohl bei den Macher*innen als auch bei den Hörer*innen reichlich Tränen. Für meinen Geschmack hätte der anfängliche Schwung ruhig stärker im Fokus bleiben dürfen, aber ich bin altersbedingt auch nicht mehr direkt die Zielgruppe dieser Platte.

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