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LIVIDITY - To Desecrate And Defile

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Artist LIVIDITY
Title To Desecrate And Defile
Homepage LIVIDITY
Label WAR ANTHEM RECORDS
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
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8.0/10 (1 Bewertungen)

„To Desecrate And Defile” ist die gefühlte 546.728. Veröffentlichung der Goregrinder LIVIDITY. Selbst für Die-hard-Fans der amerikanischen Splatterkapelle dürfte es inzwischen schwierig geworden sein, den Überblick über die zahllosen Ausschweifungen der Band zu behalten.

Wenn ich mich nicht verzählt habe, handelt es sich hier um das achtundzwanzigste Werk der Jungs– und Veränderungen gibt es kaum. Hat doch wohl auch keiner erwartet, oder? Nach wie vor hauen die Jungs einen brutalen Hybriden aus Grindcore und Brutalo-Death Metal mit Splatter- und Pornotexten raus und veredeln das ganze mit Samples aus diversen Gore- und Pornfilmen. Ein großer Teil der Songs wirkt recht gleichförmig, so dass es nicht immer leicht ist, zu sagen, welcher Titel gerade läuft, wenn man sich nicht am Intro orientiert und das ganze ist herrlich geil stumpf und im positiven Sinne simpel und brutal ausgefallen. Der Gesang ist Klospülungsgeröchel, unterbrochen von gelegentlichem Kreischen… Urtypisch halt fürs Goregrind-Genre. Aber – und das ist ein ganz großes ABER – irgendwas ist anders, denn wenn mich bisher nahezu jede Veröffentlichung sofort Blut, Eiter und Sperma spuckend und geifernd vor den Boxen hocken lies, lässt mich “To Desecrate And Defile” weitgehendst kalt. Die dreizehn Songs rumpeln einfach so an mir vorbei. Höhepunkte lassen sich kaum finden, der musikalische Härtegrad ist auch nicht überwältigend und das ganze Geprügel kommt irgendwie langweilig bei mir an. Woran liegt es? Warum haben LIVIDITY es dieses Mal nicht geschafft, die herrlich sleazige Stimmung zu schaffen, die sie sonst verbreiten? Vielleicht liegt es daran, dass der Death Metal-Einfluss in den Songs nunmehr übermächtig erscheint und die schiere, ungestüme Grindcore-Power etwas zurückdrängt. Auch die gelegentlich eingesetzten schwer wetzenden Parts wirken unentschlossen und verfehlen ihre Wirkung. Irgendwie wirkt die Band über weite Teile des Albums ideenlos und unentschlossen, hat von ihrer perversen Unbeschwertheit eingebüsst und versucht oftmals zu musikalisch zu wirken. LIVIDITYs Stärke ist die Rohheit, das unkontrollierbare Element im Sound, das ist dieses Mal leider nur selten zu spüren. Apropos Sound – auch dieser ist längst nicht brutal genug, denn gerade im Goregrindbereich benötigt man einen Klang, der wie ein Schlag mit einem Vorschlaghammer in die Fresse wirkt, aber auch hier wirkt die aktuelle CD der Band zahnlos.

Versteht mich nicht falsch, ich mag LIVIDITY und ihren kranken Humor immer noch und würde auch nicht sagen, dass “To Desecrate And Defile” ein schlechtes Album geworden ist. Das Problem ist vielmehr, dass es nichts Besonderes ist. Guter Genre-Durchschnitt. Nett anzuhören, aber entbehrlich. Das ist schade, denn LIVIDITY-Alben haben sich bisher immer aus dem Genresumpf hervorgehoben, das schafft das 2009er-Werk der Amerikaner leider nicht. Genrefans können zwar zugreifen, sollten aber vorher Probehören, denn es gibt – auch von LIVIDITY selbst – interessantere Goregrind-Alben.

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