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LIVINGSTON - Sign Language

VN:F [1.9.22_1171]
Artist LIVINGSTON
Title Sign Language
Homepage LIVINGSTON
Label UNIVERSAL
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
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8.5/10 (8 Bewertungen)

LIVINGSTON können wohl mit Fug und Recht von sich behaupten, eine internationale Band zu sein. Beukes Willemse (Gesang & Keys) und Chris van Niekerk (Gitarre & Backgroundgesang) kommen aus Südafrika, Jalob Nebel (Gitarre, Percussion und Backgroundgesang) ist Deutscher, der Italiener Paolo Serafini sitzt hinter der Schießbude und der Bass ist mit Phil Magee in englischer Hand, nachdem am Stahlsaiter zuvor schon ein Däne (Martin Arnoldi) und ein Norweger (Christoffer Borud) aktiv waren. Beukes und Chris haben sich in den Neunzigern in Südafrika kennen gelernt, zogen gegen Ende der Dekade nach London, wo LIVINGSTON 2002 aus der Taufe gehoben wurden. Inzwischen leben außer Willemse, der immer noch an der Themse heimisch ist, alle Beteiligten in Berlin, doch Wohnorte sind sekundär; nach eigenem Bekunden sind LIVINGSTON überall dort zu Hause, wo die Sprache der Musik gesprochen wird und im schlimmsten Fall verständigt man sich halt mit Händen und Füßen oder der Zeichensprache, womit wir beim Debütalbum „Sign Language“ angekommen wären.

Dem Erstling ist im vergangenen Jahr bereits eine Akustik-EP vorausgegangen, jetzt hat der Fünfer, der bereits mit REVOLVERHELD, THE DUKE SPIRIT und ICH & ICH auf Tour und dem Terrorverlag auf der Herforder Sommerbühne untergekommen war, seinen Sound wieder unter Strom gesetzt und dank der Vorabsingle „Broken“ bereits mit Platz 25 der Charts einen gelungenen Start hingelegt. Die ergreifende, schwer melancholische Hymne ist symptomatisch für die Mucke der Weltenbummler, die große Gefühle gern mit großen Melodien transportierten. Sie sehen sich eher auf der traurigen Seite zuhause, verpacken ihre tiefgehende Gefühlswelt jedoch nicht in pathetische Herz-Schmerz-Nummern, sondern verpassen ihr mit einem Track wie „Disease“ einen recht harten, gleichzeitig sonnig-groovenden Anstrich. Der Opener „Go“ ist an das Märchen vom Rattenfänger von Hameln angelehnt und bringt mit seinen eingängigen Rhythmen jede Menge Hitpotenzial mit, während „Silence“ zu einer musikalischen Achterbahnfahrt einlädt. Der Song ist einer der ältesten im LIVINGSTON-Fundus und kombiniert die verschiedenen Einflüsse, welche die einzelnen Bandmitglieder mitgebracht haben. Dazu gehört natürlich auch der afrikanische Background, der sich vor allem im eindringlichen „Vula“ wiederfindet. Hier singt Beukes in der Sprache Zulu, seit Ende der Apartheid eine der elf offiziellen Sprachen Südafrikas. Oder aber in den vielfältigen Percussion-Elementen, die das druckvolle „One Good Reason“ ausmachen. Dumbek und Belly-Dance-Drums sorgen für Schmackes und wirken dabei keineswegs fremd im insgesamt sehr radiotauglichen Mix der fünf Kosmopoliten. Dabei überwiegen knackige Klänge mit viel Drive (namentlich „Six By Four“, „Hold On“ und „Come To Me“), zwischendurch darf zu „Once Again“ auch mal gekuschelt werden, ehe „Devil Man“ wieder emotionsgeladen Gas gibt, ehe „Like A Wheel“ noch mal auf Schmusekurs geht.

LIVINGSTON bringen die nötige Massenkompatibilität mit, um passable Verkaufszahlen zu schreiben und wirken auf „Sign Language“ spielfreudig und abwechslungsreich genug, um diese auch zu rechtfertigen. Wir werden sehen, was aus dem Alternativerock mit viel Popappeal und Multi-Kulti-Einflüssen wird. Wenn die Werbemaschinerie ordentlich geölt wird (immerhin wird die Platte von RTL II präsentiert), sollte es klappen, auch wenn mir persönlich die eine oder andere Kante im Sound besser gefallen hätte.

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