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LOLA ANGST - The Council of Love

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Artist LOLA ANGST
Title The Council of Love
Homepage LOLA ANGST
Label WANNSEE/ EDEL
Leserbewertung
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10.0/10 (4 Bewertungen)

Mutter der Mann mit der Orgel ist wieder da! Alexandar Goldmann, eigenwilliger Berliner, der auf einer modifizierten Kirchenorgel „herumlärmt“, kann nun endlich sein Debütalbum vorlegen, nachdem der Niedergang des Hauses Dark Wings zunächst für allerlei Ungemach sorgte. Doch Wannsee Records (Nik Page-Stammlabel) erkannte das große Potenzial und signte das Projekt LOLA ANGST, an dem auch Reiner Schirner (BLIND PASSENGERS) beteiligt ist. Die genauen Hintergründe habe ich ja bereits bei der EP „Am I dead?“ skizziert: Lola, welche ehedem religiösen Schäfchen die musikalische Richtung vorgab, wurde so modifiziert, dass sie mit Händen und Füßen spielbar zur analogen Allround-Maschine mutierte. Herauskommt ein eigenwillig tanzbarer Electrosound, der jederzeit für Furore in den Clubs sorgen kann!

Von der besagten EP wurden übrigens neben dem Titeltrack (mit deutlichen AND ONE-Anklängen) auch die Stücke „No Fear of Life“ und „You let me kill“ recycelt. Das ergibt dann insgesamt 12 Kompositionen mit über 50 Minuten Spielzeit. Die Rundreise beginnt mit der Gothic Hymne „Children of the Dark“, welche lyrisch mal wieder den Zusammenhalt in der Szene propagiert. Deutlich aufregender – musikalisch wie lyrisch – verlaufen allerdings die nachfolgenden „The Council of Love“ sowie „She’s a dark DJ“ (ob Alexandar da jemand Bestimmtes im Auge hatte?). Leicht verzerrter Gesang (und bei letztgenanntem auch weiblicher), eingängige Refrains, druckvolle Beats, aggressives Songwriting. Dabei gehen Old School Sound und Moderne eine sehr gelungene Liaison ein, ohne dass man hier gleich von einem Überwerk sprechen kann. Ausgezeichnet übrigens das DEPECHE MODE-Cover „Something to do“, dem die zusätzliche Härte nur gut tut, ab sofort eine Empfehlung für jede DM-Party im Ländle. Auch gegen Ende tut sich noch Abwechslungsreiches auf dem Silberling: „In Space“ mit dezenten 80er Beats, das bekannte „No Fear of Life“ enthält nette Breakbeats, „No Permission to live“ überzeugt besonders lyrisch und „La La La Lola“ endet als kleine Klangcollage. Ach ja, 2 erstaunlich professionelle/ stilvolle Video Clips zu „Am I dead?“ und dem weiblichen Dunkel DJ sind auch noch enthalten.

Fernab von eingefahrenen Electro Genres vermischt das Duo Einflüsse unterschiedlichster Stile und Epochen zu einem rasanten, meist mittelaggressiven Cocktail mit viel Raffinesse. Ein Leckerbissen für die Clubs, aber ebenso für den Hausgebrauch geeignet. Übrigens bezieht sich der Titel auf ein Werk des Dichters Oskar Panizza (1853-1921), der neben einem Leben am Rande des Wahns einige interessante Arbeiten hinterließ, welche sogar heute noch die Zensoren auf den Plan rufen. „Das Liebeskonzil“ entstand 1894 als „Himmelstragödie in 5 Aufzügen“ und wurde damals alsbald „gotteslästerlich“ gerufen. So weit geht der Impact von LOLA ANGST nicht, aber in der Szene werden Musiker plus Lolamobil definitiv Staub aufwirbeln.

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