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L’OMBRE - Letting Go At The Steering Wheel

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Artist L’OMBRE
Title Letting Go At The Steering Wheel
Homepage L’OMBRE
Label ANT-ZEN
Leserbewertung
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Stephen Sawyers Ambient-Projekt L’OMBRE geht mit „Letting Go At The Steering Wheel“ in die vierte Runde. Fast fünf Jahre mussten seit „Simulations 2.0“ vergehen. Eine Unterbrechung, die genug Zeit für eine Neuorientierung bzw. Weiterentwicklung gab. In den neun Tracks zeigt Sawyer einen sonst selten gehörten Ideenreichtum. L’OMBRE zieht alle Register von Lo-Fi Electronica über atmosphärischen Minimal-Techno Berliner Prägung und Köln-Sound bis hin zu noisigen Rhythmuskonstruktionen. Elemente, die stets Werkzeuge von Sawyers Gedanken sind und in ungewohnter Manier zusammengeführt werden, ohne „Letting Go At The Steering Wheel“ in eine bestimmte Richtung zu zerren. Vielleicht ist es das, was den Reiz dieses Albums ausmacht. Es knistert überall, simple Piano-Klänge durchbrechen die stets in Bewegung befindlichen Klangkonstrukte von L’OMBRE.

Die Musik baut sich gemächlich auf, während sich der Anteil von knarrenden Clicks & Cuts immer weiter erhöht, Noise-Wände eingewoben werden und man irgendwann beim brutalen, aber etwas abrupt einsetzenden „Combustion Chamber“ angelangt ist, das ungewohnt treibend ist und durch abgefahrene, aber eingängige Soundtüfteleien sofort ins Ohr geht. Ein absolutes Muss für die Tanzfläche. Mit dem loungigen „Wrappend Around A Telephone Poll“ (Schöner Songtitel) hat man dann nach einer knappen Stunde das Ende erreicht. Oder doch nicht? Der Gegensatz zwischen melancholischen Klavierklängen und brutalen, abwechslungsreichen Sounds verspricht eine hohe Wiederhörbarkeit, bei der jeder einzelne Track für sich allein schon ganz groß ist. Musikalisches Highlight für mich hier eindeutig „Into Brokeness“.

Ein großartiges Album – wer mit Künstlern wie THOMAS BRINKMANN, APHEX TWIN, TWO LONE SWORDSMEN, APPARAT oder auch PORTISHEAD etwas anfangen kann, wird sich in L’OMBREs neues Werk verlieben.

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