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LONG DISTANCE CALLING - Ghost (EP)

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Artist LONG DISTANCE CALLING
Title Ghost (EP)
Homepage LONG DISTANCE CALLING
Label AVOID THE LIGHT RECORDS
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Wenn es um instrumentalen Post-Rock geht, sind die Westfalen von LONG DISTANCE CALLING ganz vorn mit dabei. Seit 2006 gibt es die Formation, die sich zwischenzeitlich auch mal einen Sänger gegönnt hat, sich ansonsten jedoch mit Gastvokalisten begnügt und das Hauptaugenmerk auf den Sound legt. Im vergangenen Jahr ist das siebte Album „How Do We Want To Live?“ erschienen, das bis auf einen sagenhaften #7 der Charts geklettert ist. Normalerweise wäre die Platte auf einer Tour live präsentiert worden, aber das war pandemiebedingt leider nicht möglich.

Stattdessen haben sich David Jordan und Florian Füntmann (Gitarren), Jan Hoffmann (Bass) sowie Janosch Rathmer (Schlagzeug) Ende November in einem abgelegenen Landhaus zusammengefunden und die Ja,-EP „Ghost“ mit insgesamt sechs Songs eingespielt. Das Konzept der EP folgt der Idee der 2014 erschienen „Nighthawk“-EP: keine Vorbereitung, kein doppelter Boden. Nur eine Kapelle, die zusammen aus dem Nichts Musik entstehen lässt, indem sich die Musiker in einer dreitägigen Jamsession Ideen zuwerfen, um damit zu spielen und diese direkt für die Ewigkeit festzuhalten. Los geht es mit dem geheimnisvollen Opener „Dullahan“, auf das mit „Old Love“ nicht nur Gitarren- sondern prägnanten Synthie-Klänge folgen. Das massive „Black Shuck“ zählt zweifellos zu den Highlights des 33-minütigen Silberlings, aber auch das beinahe cineastische „Seance“ weiß mit vergleichsweise reduzierten Mitteln zu begeistern. „Fever“ schlägt derweil ganz andere Töne an, denn hier steht ruhig fließender Prog-Rock á la ALAN PARSONS PROJECT auf dem Programm. Fehlt noch das finale „Negative Is The New Positive“, das nochmals alle Register zieht.

In Summe ist eine spannende Reise durch verschiedene Stile und Atmosphären entstanden, auf der man neben Vertrautem auch wieder jede Menge Neuland entdecken kann. Musikalisch ist „Ghost“ kein Nachfolger oder eine Fortsetzung von „How Do We Want To Live?“, sondern zeigt LONG DISTANCE CALLING in voller Blüte. Die Herrschaften beweisen einmal mehr Experimentier- und Spielfreude, die keine Overdubs und kein Editing benötigt, sondern live konserviert wurde. Physisch ist die Veröffentlichung nur über den Bandshop erhältlich, dafür starteten LDC eine erfolgreiche Crowdfunding-Kampagne, um die Produktion zu finanzieren. Digitale Käufe sind natürlich bei den üblichen Verdächtigen möglich.

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