Band Filter

LORDI - The Monsterican Dream

VN:F [1.9.22_1171]
Artist LORDI
Title The Monsterican Dream
Homepage LORDI
Label DRAKKAR/ BMG
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
9.0/10 (2 Bewertungen)

Dass viele Finnen zu einer gewissen musikalischen Extravaganz neigen, ist ja kein großes Geheimnis, was da aber vor ein paar Tagen mit der Post zu mir flatterte, war aber doch von einer besonders seltsamen Güte: LORDIs zweites Album „The Monsterican Dream“.

Die Promo kommt in einem liebevoll gestalteten Cover daher, das stark an Plakate von Horror- oder Splatterfilmen erinnert. Der erste Anschein trügt auch nicht, es handelt sich um ein Konzeptalbum rund um FSK 18-Filmchen (ach ich liebe das rote Label)! Als Intro bekommt man gleich zu Anfang einen „Theatrical Trailer“ im Hörbuchformat serviert, gefolgt vom ersten Stück der „Monster“ bestehend aus Lordi selbst (Gesang, Programmierung), Amen (Gitarre), Kalma (Bass), Kita (Schlagzeug) und Enary (Keyboard). Musikalisch bewegt man sich zwischen Hardrock, Glamrock, True Metal und 70er-Rock mit einigen Power- und Gothicmetaleinflüssen. Das ganze groovt, macht Laune, lädt zum Mitgröhlen und Feiern ein. Wer jetzt denken mag, das sei eine seltsame Mischung, mag ja bei anderen Bands recht damit haben, bei LORDI funktioniert es. Die verschiedenen Songs auf „The Monsterican Dream“ nehmen jeweils unterschiedliche Stilrichtungen und Einflüsse auf, was das Ganze sehr abwechslungsreich klingen lässt. Langeweile kommt beim Hören nicht so schnell auf. So finden sich z.B. in „Pet The Destroyer“ interessante Soundeffekte, wie man sie aus Scifi-B-Movies aus den 50ern kennt, Verwendung, so dass jedem Freund des billig-herrlich-schlechtem 50er Films das Herz aufgeht! Bei der Produktion hat man mit dem finnischen Produzenten Hiili Hiilesmaa zusammengearbeitet, welcher auch schon HIM, AMORPHIS und SENTENCED produziert hat, und vor allem die HIM-Handschrift hört man deutlich heraus, ohne dass es tuntig oder weibisch klingt. „The Children of the Night“ kommt mit einer astreinen, sehnsüchtigen Powermetalmelodie daher (Ha! Sie sind doch Finnen)! Manche Songs erinnern an GUNS ’N’ ROSES, manche an MARILYN MANSON und viele, wer hätte es gedacht, an KISS…

Insgesamt zeichnet sich LORDIS Musik durch sehr gutes Riffing, gutes Spiel, akkurat geschlagene Drums und eine lustig knarzige Stimme von Lordi selbst aus. Thematisch greift man verschiedene Horrorthemen, Symbole und Figuren auf, was sich auch an den Texten wunderbar ablesen lässt. Wer jetzt denken mag, das wäre es dann schon, den muss ich enttäuschen oder bzw. erfreuen. Die Band setzte mit dem beigefügten Videoclip zu ihrem mit Abstand besten und stärksten Stück „Blood Red Sandman“ noch eins oben drauf: Eine sehr gute Wahl, der Song alleine ist schon ein Hammer. Im Clip präsentiert man sich in einer Hütte, die fatal an „The Evil Dead“ bzw. „Tanz der Teufel“ erinnert, mit wunderbar schräger Horror-Kostümierung nebst entsprechendem Make-up und KISS-Bühnen-Outfit. Wer auf den deutlich hörbaren Hardrock und den interessanten Stilmix klar kommt, sollte sich LORDIs neue CD „The Monsterican Dream“ unbedingt anhören oder gleich kaufen, alleine für die Melodien und das Video lohnt es sich.

TERRORVERLAG-Prädikat wertvoll.
Freigegeben durch Juristenkommission

Es ist noch kein Kommentar vorhanden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

LORDI - Weitere Rezensionen

Mehr zu LORDI