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LOUISE GOLD - Terra Caprice

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Artist LOUISE GOLD
Title Terra Caprice
Homepage LOUISE GOLD
Label MOTOR
Leserbewertung
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10.0/10 (3 Bewertungen)

Im März 2014 trat LOUISE GOLD mit ihrem Solo-Programm erstmals live beim renommierten SXSW- Festival in Austin/Texas auf. Für die 40-jährige Berlinerin eine gute Gelegenheit für einen ausgedehnten Trip durch die westlichen Staaten der USA, um dann eine Weile auf einer Farm außerhalb von Tucson zu leben, wo sie sich mit Leuten und Pferden anfreundete und Ideen für ihr Album „Terra Caprice“ sammelte.

„Terra Caprice“ meint „Land der Willkür“ und bezieht sich auf Jean-Luc Godards Science- Fiction-Film „Alphaville“. Ähnlich wie dessen Drama reflektiert auch LOUISE GOLD in ihren Songtexten über verhinderte Zwischenmenschlichkeit und unterbrochene Kommunikation. Musikalisch hat die Hauptstädterin das Ganze mit ihrer Band, dem QUARZ ORCHETSTRA, umgesetzt. Beim countryesken Opener „Dophin Man“ hört man eindeutig die amerikanischen Einflüsse heraus und auch das sich anschließende „Icy Cobweb“ schlägt in eine ähnliche Kerbe – allerdings mit einem Gesang, der deutlich in eine andere Richtung drängt. Brüche gehören klar zum Konzept der Platte, deshalb ist „Where The Cowboys Will Ride“ auch alles andere als ein Western-Song, sondern eine perlende Jazz-Nummer. Darauf folgt mit „In The Morning There Is Meaning“ eine absichtsvoll verklärte Kindheitserinnerung mit zartem Schmelz, während der Titeltrack „Terra Caprice“ mit ruppigen Langäxten nach vorn drängt und „A 100 Years From Today“ beschwingt übernimmt. „Venus And Mars“ passt derweil bestens auf den Soundtrack für eine lange Fahrt auf ebenso endlosen wie staubigen Highways, wohingegen „Wolves Howl“ flirrende Pop-Töne anschlägt und „Delata Baby“ rhythmusbetont jammt. Bleiben noch „Corpus Christi“, das mit glockenhellen Vocals und abwechslungsreichen Arrangements betört und das finale „Corpus Christi“, das gänzlich auf stimmliche Unterstützung verzichtet und stattdessen Instrumente wie beispielsweise Bariton und Orgel sprechen lässt.

LOUISE GOLD lässt sich in keine Schublade stecken. So unterschiedlich wie ihre bisherigen künstlerischen Projekte waren, so differenziert sind auch die elf Songs auf „Terra Caprice“. Sie ist stets auf der Suche nach dem perfekten Popsong und denkt dabei an große Melodien und besondere Harmonien, die starke Gefühle auslösen. „Terra Caprice“ vermittelt eben solche Emotionen – von euphorisch bis nachdenklich – gekleidet in zeitlosem, anspruchsvollem Pop. So ist der Silberling ein persönliches Statement einer im besten Sinne erwachsenen Songschreiberin.

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