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LOVE AMONGST RUIN - s/t

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Artist LOVE AMONGST RUIN
Title s/t
Homepage LOVE AMONGST RUIN
Label ANCIENT B/ EMI
Leserbewertung
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STEVE HEWITT dürfte vielen noch ein Begriff sein – er trommelte 10 Jahre lang bei den legendären Trauer-Rockern PLACEBO. Seit seinem Ausstieg vor drei Jahren hat er die Finger allerdings keineswegs still gehalten: Diesen Herbst tourt er kräftig mit seiner Band LOVE AMONGST RUIN, allerdings hat er diesmal die Frontposition eingenommen. Wie sich das anhört, kann man auf dem gleichnamigen Album herausfinden. Zum Glück wird man dabei feststellen, dass der Wechsel vom Beckenklopper zum Tonhaucher nicht bei allen so ausgehen muss wie bei einem gewissen Briten, der heutzutage Musical-Tarzans im Fernsehen castet.

Die erste wohltuende Überraschung ist, dass Steve über eine wirklich angenehme Stimme verfügt. Die zweite, dass er mit LOVE AMONGST RUIN noch ein gutes Stück düsterer geworden ist. Härter übrigens auch – was gleich der Kickstart in Form der Single „So Sad“ zeigt. Einfühlsamer, wenn auch nicht wirklich weniger rockig geht es gleich mit „Alone“ weiter. Ein gehetzteres Gefühl vermittelt der Track „Running“, was ja auch irgendwie zum Namen passt. Was bei diesem Album wirklich überzeugt, ist Vielschichtigkeit aber auch Variation. Schlammige Gitarrenriffs, ausgefeilte Bassmelodien, treibende Drums und die sanfte Stimme von Hewitt selbst werden in einen absolut hypnotischen Strudel verwandelt. „Love Amongst Ruin“ ist dementsprechend ein Album, das viel Aufmerksamkeit, ausreichend Lautstärke und mehrfaches Hören verlangt. Mit „Heaven & Hell“ wird auch die sensible Seite der Band offengelegt. LAR bieten eine schleppendere Melancholie als STONE TEMPLE PILOTS, aber dafür in den ruhigeren Songs gegen Ende schon beinahe die Feinfühligkeit und Fragilität eines TOM WAITS. Gepaart mit düsterem Rock, manch härterem Riff, (Fast an Metal erinnert, ohne dies als Gesamteindruck auf die Musik auszuweiten), und Anlehnungen an einige der besten Musiker des Alternative- bzw. Goth-Rock ergibt dies ein extrem harmonisches, wirklich durchdachtes und liebenswertes Album. Mit viel Feinfühligkeit, Geschick und technischer Fingerfertigkeit ist hier melancholischer Rock entstanden, der sogar Bands wie BAY LAUREL erreicht (und vielleicht gar hinter sich lassen kann). Dass LOVE AMONGST RUIN sogar fähig sind, leicht jazzige Elemente mit elektronischen Effekten zu paaren, wie z.B. bei „Come On Say It“, vergrößert den Reiz der Songs nur noch mehr.

Der Band-Sound schreit nicht nach Aufmerksamkeit, hämmert nicht auf unsere Rezeptoren los, oder brüllt uns Meinungen entgegen. Eher lullt man den Hörer langsam mit zähen Soundwellen in ein fast unergründbares Klangmeer, flüstert poetisch-traurige Texte in das Ohr des berauschten Lauschers und hält so den Geist des Fans in wohlig klammem Griff. Meiner Meinung nach eines der großen Must-Haves diesen Herbst.

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