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LOVEHATEHERO - America Underwater

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Artist LOVEHATEHERO
Title America Underwater
Homepage LOVEHATEHERO
Label FERRET
Leserbewertung
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5.5/10 (2 Bewertungen)

„Fear is the Mindkiller“ ist bekannt, „Mainstream is the Qualitykiller“ auch! Jüngstes Opfer: LOVEHATEHERO. Dank den beiden gelungenen Alben „Just Breath“ und „White Lies“ erspielten sich die Kalifornier nicht nur eine recht große Anhängerschaft und reichlich lobende Worte, sondern auch den Ruf einer vielversprechenden, ambitionierten Truppe im Bereich des leicht progressiven Hardcores mit Screamo-Anleihen. Doch ist für viele Bands das zweite Album das Weichenstellende Werk, zeigt „America Underwater“, dass ein Zug auch auf dem Weg an die Spitze immer noch entgleisen kann.

LOVE: Das Liedgut der zehn Kompositionen ist bei weitem nicht schlecht, gleich der Opener „Saints and Sinners (HisStory)“ lässt das Können des Quartetts aufblitzen, in dem man mit locker-leichten Melodien und schmissigem Refrain einen flotten Mithüpf-und–sing-Klopper raushaut. Ein nettes Solo dabei, fertig ist ein feiner Rock-Song, der vor allem gesanglich an aktuellere PAPA ROACH-Sachen erinnert. An diesen Stärken hält man während der gut 33 Minuten Gesamtspielzeit auch konsequent fest, „You’ll never know“ und besonders „Echoes“ bestechen durch schöne (vor allem Gesangs-)Melodien, die sofort im Ohr bleiben. Bei „Too Little, Too Late“ zeigt Sänger Pierrick Berube, dass er das Shouten nicht verlernt hat und lässt so kurz an SILVERSTEIN denken, während man mit „Wait to see you“ den Nachweis für Halbballadenkompatibilität (das Wort macht sich im übrigen auch gut bei „Galgenmännchen“) erbringt.

HATE: Das ganze Album klingt dabei allerdings so, als hätte man seine Boxen mit Zuckerwatte gedämmt. Das Song-Material wirkt dermaßen für Radio und Fernsehen glatt gebügelt, dass man es noch durch die kleinste Fuge schieben könnte. Die Individualität der vorangegangen Scheiben weicht einem Hang zu emotionalen Schmachtfetzen wie „Think Twice (Running with Scissors Pt. II)“, bei denen man ziemlich an FALL OUT BOY erinnert. Teilweise ist das schon fast fröhlich klingender J-Pop. Mit „Provession of regression“ oder dem schon arg kitschigen „Pants off and dance off“ richtet man sein Augenmerk scheinbar völlig auf die kleinen Herzen junger, weiblicher Anhänger, vergisst dabei aber leider den Anspruch an das eigene Songwriting, den man 2007 auf „White Lies“ noch hatte. Zwei Jahre später ist ihnen wohl nicht mal mehr der Anfang des Titelsongs von „America Underwater“ peinlich, bei dem einem der magere Bruder von G’N’Rs „Paradise City“ förmlich ins Gesicht springt und der dann auch noch genüsslich weiter darauf herum hüpft. Zu selten durchbricht man sein striktes „tralalala“-Muster und überrascht den Rezipienten mal wie zum Ende hin bei „Echoes“.

HERO (?): Freunde der Vorgänger-Alben werden sicher nur mit einer gewissen Toleranz Gefallen an diesem Werk finden, ihre kleinen Schwestern werden es dafür lieben. Doch weniger gehässig muss ich ja auch sagen, dass die Kompositionen, so einfach gestrickt sie auch sind, ihre Wirkung nicht verfehlen und die Jungs es einfach raus haben, wie man eingängige Ohrwurm-Melodien zu komponieren hat. Man hat sich den Schritt in diese Richtung nun einmal ausgesucht und die musikalische Kompetenz dazu, ihn weiter zu gehen, denn zweifelsfrei sind die 4 gute Musiker (deren ganzes Spektrum hierbei allerdings leider nicht zu Tage kommt…). Wer also in seinem Regal in der Nähe von FALL OUT BOY noch Platz hat, darf hier beherzt zugreifen, für ein eigenes Fach klingt man leider jetzt (noch) ein wenig zu langweilig und auf Dauer zu eintönig.

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