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LOVESTONED - Rising Love

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Artist LOVESTONED
Title Rising Love
Homepage LOVESTONED
Label POLYDOR/ UNIVERSAL
Leserbewertung
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Ein schwedisches Sprichwort sagt: Ein Mensch macht noch keinen Sommer, aber zwei machen den Winter weniger kalt. Na, wird Euch jetzt warm ums Herz? Dann seid ihr richtig bei LOVESTONED, einem gemischten Doppel fröhlicher Blumenkinder aus Schweden, die mit ihrem Debüt zum Frontalangriff gegen schlechte Laune ausholen.

„One size fits all“ kann man da sagen – 10 Songs lang wird generations- und geschmacksübergreifend auf dem kleinsten gemeinsamen Nenner gegroovt und die Single „Rising Girl“ scheint als Reinkarnation aller Barcardi-Werbungen auf Heavy Rotation zu gehen. Heraus kommt eine universell einsetzbare Feel-Good-Scheibe, vom Fernsehgarten bis zur Frühstücksflockenwerbung, von der Telefonwarteschleife bis zum Kaufhausaufzug. 35 Minuten lang zieht kein Wölkchen auf am königsblauen Pop-Himmel, die Getränke sind kühl, die Mädels hübsch, Weltwirtschaftskrise und Kurzarbeit machen einen weiten Bogen um diese Insel der Glückseligen. Stattdessen gibt es Reggae, Dancebeats, fetziges Gebläse, relaxte Gitarrenklänge und jede Menge Latin Flavor. Leute Mitte 10 wird das an ATC oder BEFOUR erinnern, bei den Altvorderen sind die Namen vergleichbarer Eurodance-Kapellen glücklicherweise längst der Demenz zum Opfer gefallen (ACE OF BASE fallen mir aufgrund der Geschlechterkombi und der Herkunft gerade noch ein). Hier tut nichts weh, hier hakt nichts, lediglich beim stark anbiedernden Track Nr. 10, eine wohl unvermeidliche Cover-Melange aus „Somewhere over the rainbow“ und „What a wonderful world“ stößt mir der letzte Caipi sauer auf.

Wem also noch die passende Scheibe für sein schickes Cabrio, die Hängematte oder den nächsten Grillabend fehlt, sollte sich eine Dosis LOVESTONED gönnen – garantiert frei von Neben- und Nachwirkungen.
CS

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LOVESTONED lösten einen handfesten Skandal aus, als die beiden Sängerinnen Emilie Fjällström und Elena Boyadjyeva sich auf der Bühne des ZDF-Fernsehgartens einen saftigen Schmatzer gaben. Der Skandal besteht wahrscheinlich darin, dass sämtliche Großmütter ihren Enkeln die Augen zuhalten mussten, damit der Nachwuchs nicht auch noch aus der Bahn gerät. Schließlich ist ja sogar ein Fachbegriff für Drogenkonsum im Band(?)-Namen enthalten. „Lovedrunk“ wäre sicher einfacher in deutschen, ZDF-tolerierten Breitengraden. Aber wenn Alkohol in Schweden doch so teuer ist… Aber liebe Großmütter, LOVESTONED passen doch nun wirklich gut zu eurem Fernsehgarten, so harmlos und beliebig, dass ihr doch bis zum Fauxpas gerne in die Hände geklatscht habt, oder? Mir gefrieren beim Genuss von „Rising Sun“ immer wieder die Hände auf dem Weg zueinander. Beim ersten Hördurchlauf war ich fest der Meinung, dass es sich beim metrosexuellen Quartett um Popstars-Gewinner handeln muss, anders kann es doch gar nicht sein.

Nun doch noch zur Musik: es ist die Art Reggae, für die Bob Marley sicher einen ganzen Urwald an Grass rauchen müsste, wenn er denn noch unter uns wäre, um sich ein nichtssagendes Schulterzucken zu entlocken. Ansonsten würde er sicher „verzweifeln“ vor Freude, wie ich es gerne täte. Dabei bleibt die Produktion über Albumlänge so Neunziger, wie es sich eigentlich nur wünschen lässt, da die 90ies sich doch gerade anschicken, ein Revival zu erleben. Aber, LOVESTONED klingen nach den Acts, die niemand nie nie wieder hören will. Sind sie doch diese Art ALL SAINTS/ SPICE GIRLS-Mix aus schon erwähnten Reggae-Versatzstücken, die noch dazu von CAUGHT IN THE ACT-Gesangsdarbietungen konterkariert werden. Wie Popmusik heutzutage mit den Neunzigern kooperieren kann, lässt sich z.B. mit ROBYN nachvollziehen, wer sich allerdings heutzutage LOVESTONED anhört, dem ist wirklich nicht mehr zu helfen. Der Kuss war wahrscheinlich eher ein Ausdruck der Verzweiflung, als ein Ausdruck der Liebe. Wie bereits im Garten Getsemani geschehen.
Hififi

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