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LOWER DEFINITION - The Greatest of all lost Arts

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Artist LOWER DEFINITION
Title The Greatest of all lost Arts
Homepage LOWER DEFINITION
Label FERRET MUSIC
Leserbewertung
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“The Greatest of all lost Arts” ? Was das nun auch immer sein mag, darüber lässt sich streiten. Eine genauere Erklärung bleiben uns auch LOWER DEFINITION schuldig. Obwohl ihr Album so großspurig betitelt wurde und die Promo sie anpreist als FAITH NO MORE & GLASSJAW- Nachfolger, liefert das Quartett aus San Diego doch nicht mehr ab, als eine „lower definition“ des angesagten EmoCore-Prinzips.

Schon der Opener „To Satellite“ lässt an MY CHEMICAL ROMANCE denken, eine Band welche man noch des öfteren zu Vergleichen heranziehen wird. Die Gesangsstimme von Matt Geise klingt melodisch und meistert sowohl brachiale Temposequenzen wie auch kurzfristige Ausflüge in die balladesken Trauerwelten. Ihm zur Seite stets der Shoutgesang. Mit krächzendem Einsatz begleitet dieser die Hardcore-Riffs und Drumeinsätze, fehlt aber im bandeigenen Hang zur Romantik, wie harmonische Spielweisen in „Miami Nights“ oder „Choreographer“ belegen. Diese sind jedoch stets von kurzer Dauer und enden meist doch in üblen Krachorgien. Das Seelenleben will schließlich vertont sein. Bei den Jungs sieht’s da aber wohl nicht allzu gut aus, ein gewisser Verzweiflungsgrad im Zwischenmenschlichen ist deutlich hörbar und auch textlich ausgearbeitet. Sehr genretypisch singt, brüllt und klampft man sich also den Kopf frei, probiert sich selbst durch sämtliche Hardcore-Elemente und landet doch immer wieder beim knallenden Riff, welches die Refrains pusht.

„The Greatest of all lost Arts“ ist keineswegs ein schlechtes Album. Die Refrains sind mitreißend, der Gesang überzeugend, mit dem Shouter bringt man die nötige Brachialität, welche die Instrumente eindrucksvoll auf Ihre Weise vertonen. Nur bietet das Album nichts, rein gar nichts, was man nicht bei einer anderen Band dieses Genres schon gehört hätte. Was LOWER DEFINITION schnell recht mittelmäßig klingen lässt, eben nach einer LOWER DEFINITION.
Markus Söllner

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“Haben INCUBUS ne Neue draußen?” schallt es aus Richtung der besseren Hälfte herüber. Dies dürfte der beste Indikator dafür sein, welch überraschende Richtung das Ferret Debüt (nach einer selbst veröffentlichten EP) der jungen Band aus San Diego einschlägt. Nach den Hassbrocken von ELYSIA und THE BANNER folgt also jetzt mal wieder ein eher melodisches Release auf dem nimmermüden Label des NORA-Shouters Carl Everson.

Sprechen die begleitenden Worte der Promo-CD eher von FAITH NO MORE und GLASSJAW, so liegt der Vergleich mit Brandon Boyd viel näher. Mehr als einmal begibt sich Frontmann Matt Geise (wirklich gut der Mann!) in hochmelodische INCUBUS-Bereiche, ohne aber zur kompletten Kopie zu verkommen. Denn davon ist „The Greatest of all lost arts“ meilenweit entfernt. Denn musikalisch wie auch gesanglich wird noch eine große Schippe CIRCA SURVIVE und DAMIERA hinzugefügt, das Ganze mit Breakdowns und einigen Shouts garniert. Stilsicher umschifft der Vierer alle Emo-Klippen und bastelt aus den Einflüssen eine aufregende und anregende Melange, die Fans des Screamo-Post-Hardcores genauso ansprechen sollte wie Alternative-Rock-Fans. Ob atmosphärische Gitarrensequenzen („His silent film“), treibende Schlagzeug-Parts („If we speak quietly“), vorwärts rockende Refrains („The Weatherman“), die Band hat alles im Griff („Miami Nights“ sei hier einmal als wunderbares Beispiel genannt). Von CIRCA SURVIVE hat sich die Band auch abgeschaut, wie man trotz offensichtlicher Vertracktheit immer eine melodische und fließende Atmosphäre bewahrt, denn das Können an den Instrumenten (die Gitarrenarbeit!) wird oft und gerne präsentiert (Nur merkt man es bei oberflächlichen Hören nicht unbedingt, da eine weit reichende Catchiness über all dem liegt).

Wenn man dann noch das junge Alter der Band bedenkt, kann man sich nur ob der Stil-Sicherheit verbeugen. Wenn Drummer Valentino Arteaga bemerkt: “We have to enjoy what we are creating, and we think that enjoyment and quality in music is a lost art”, wird deutlich, dass man es hier nicht mit der „Standard-MySpace-Death-Core-Band“ zu tun hat, sondern mit ambitionierten Musikern, von denen man in Zukunft noch einiges erwarten darf. Das Fundament steht jedenfalls auf sicherem Boden, denn mit LOWER DEFINTION haben Ferret mal wieder eine sehr gute junge Band unter Vertrag genommen, trotzdem beängstigend, mit welchem Tempo uns das Label die Releases um die Ohren knallt.

„The Greatest of all lost Arts“ ist auf jeden Fall wieder ein Volltreffer und kommt auch noch mit einem schnieken Cover! Great!
Michael Päben

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