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LOWER HELL - Hellevator

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Artist LOWER HELL
Title Hellevator
Homepage LOWER HELL
Label BASTARDIZED RECORDINGS
Leserbewertung
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7.6/10 (14 Bewertungen)

Hielt man die Hölle doch bislang für das Paradies hartgesottener Schwermetaller, übertreffen die fünf Baden-Württemberger LOWER HELL dieses Utopia um Längen und kampieren noch eine Etage tiefer. 2007 entschied man sich, den alten Namen LIES BEHIND THE SMILE gegen die aktuelle Variante einzutauschen und lieferte gleich ein Jahr später mit „Asphyxia“ einen corigen Einstand, der sich seinerzeit neben der Konkurrenz gut sehen lassen konnte. Sich vom alten Label entfernend, wählte man mit Bastardized den Auserkorenen, das zweite Monster von der Leine zu lassen. Was es auch wahrlich ist. Denn im „Hellevator“ tönt statt chilliger Loungemusik ein brachiales Metal-Fiasko aus den Fahrstuhlboxen, das den Sound von LOWER HELL locker auf die nächste Ebene transportiert und die bisherigen Erfolge sprengen wird.

Wie auch beim Vorgänger verlieh Patrick Hagman, Gitarrist der bedauerlicherweise nicht mehr existenten FEAR MY THOUGHTS, der Scheibe einen dezenten Sound, der die dominierenden, fräsenden Uptempo-Parts mit unglaublich viel Druck und Glanz segnet. Dennoch behalten die Kompositionen ihren liebevoll metallischen Klang, der mittlerweile weniger mit Hardcore garniert wird, sondern sich über die komplette extreme Richtung erstreckt. Angefangen im hohen Norden, tönt „Warriors Of The Dead“ mit astreinem Schwedentod, der auch von den Originalen höchstselbst stammen könnte, filigranen Drums und einer Walze von exzellenten Klampfen. Die nächste Abreibung erfolgt mit „The Requiem“ in einer groovigen Thrashcore-Salve, wohingegen „Tonight I’m Coming Home“ mit derben Blastbeats schon eher in der Blackmetal-Ecke anzusiedeln ist. „Nothing Personal Just Business“ stößt sogar in untypische Heavy/ Melodic-Metal Bereiche vor. Aber auch solche Elemente wissen LOWER HELL in ihren modernen Deathmetal-Sound einzubauen, so dass man hier recht partytauglichen Metal zelebriert, der mal auf etwas andere Art dahergroovt. Zudem beweist man mit den instrumentalen Interludes „The Shores of Acheron“ und „Hellevator“ ein Gespür für gesangsfreie Abwechslung, die sogar noch episch mit Streichern untermalt wird und mal auf Elektronik verzichtet. Nicht nur dabei schlägt man elegant die Brücke zwischen Moderne und Tradition. Gerade Tracks wie „Keep The Good Times Rollin“ machen das Album so besonders. Man zeigt, dass man auf der einen Seite technisch sauber und auf hohem Niveau losholzen und gleichzeitig packende Soli vorweisen kann, und anderersetis prägnante Strukturen errichtet, die der Platte unter den ganzen anderen Veröffentlichungen einen erheblichen Wiedererkennungswert sichern.

Über die gut 50 Minuten Spielzeit hinweg wird der Hörer mehr als ordentlich bedient. Wer auch nur ein bisschen auf modernen Metal hält, muss die neue Scheibe von LOWER HELL umbedingt antesten. Freunde von „Asphyxia“ werden sie ohnehin lieben, aber spätestens mit „Hellevator“ im Gepäck wird die Truppe auch in das Blickfeld der restlichen deutschen Szene treten, was sie angesichts ihres Könnens und ihrem authentischen, zeitgemäßen Stils auch einfach nicht anders verdient hat. (Modern) Metal at it’s best!

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