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LUCIFER WAS - The Crown Of Creation

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Artist LUCIFER WAS
Title The Crown Of Creation
Homepage LUCIFER WAS
Label TRANSUBSTANS RECORDS
Leserbewertung
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5.0/10 (1 Bewertungen)

Die norwegischen Retro-Proggies von LUCIFER WAS beehren uns dieser Tage mit ihrem mittlerweile fünften Longplayer namens „The Crown Of Creation“. Und um diesen dann auch wirklich zur Krone ihrer persönlichen Schöpfung zu machen, haben sie sich tatkräftige und klanggewaltige Verstärkung mit ins Boot geholt, nämlich das KRISTIANSAND SYMPHONY ORCHESTRA. Ein ambitioniertes musikalisches Projekt also, und wie es sich im Bereich der Rockopern (und genau dort bewegen wir uns hier) geziemt, wird das durchaus bunte Klangtreiben in einen konzeptionellen Rahmen eingefügt, der sich thematisch mit der Entstehung der Schöpfung sowie existenziellen Fragen der angeblichen Krone derselben auseinander setzt. Das alles weckt natürlich Erinnerungen an beispielsweise sehr frühe GENESIS, was ja auch aller Ehren wert ist. Nur leider reicht „The Crown Of Creation“ zu keinem Zeitpunkt an die Qualität des musikalischen Schaffens der Genannten oder vergleichbarer Helden heran.

Dabei beginnt der Dreher durchaus viel versprechend. Der rockige Opener „Wonder“ verbreitet den urtümlichen Stallgeruch von JETHRO TULL, Querflöte inklusive, fluffige Orgelsounds und der warme und durch das Orchester sehr kraftvolle Grundsound tun ihr übriges. Der betont melodramatische Gesang von Jon Ruders überrascht positiv, und der erste Ausflug ins Opernhafte wirkt auch durchaus gelungen. Doch dann beginnen sich LUCIFER WAS langsam aber sicher ein wenig zu verzetteln. Die mit Pathos überfrachteten Gesangslinien driften mit der Zeit zu sehr ins Reich des klassischen Musicals ab, während zusätzlich das Orchester immer mehr die klangtechnische Oberhand über das Rockinstrumentarium gewinnt, was besonders in den durchaus vorhandenen rockigen Momenten („Rising Sun“) ein wenig ärgerlich ist und der Sache eindeutig an Biss nimmt. Genau diese rockigen Momente sind es aber eigentlich, die den manchmal leicht aufgesetzt nachdenklich wirkenden (und dadurch auf die Dauer anstrengenden) Kontext gelegentlich aufbrechen. Leider sind diese Momente recht rar gesät und die Band verstrickt sich in dem – zugegebenermaßen sehr anspruchsvollen – Songwriting zu oft in Widersprüchlichkeiten. Das elektronische Geplucker in „Burning Beautiful Flowers“ zum Beispiel klingt nicht wirklich schlecht, ist aber auf der anderen Seite genau das, was auf diesem Album nicht wirklich etwas zu suchen hat.

Kurzum: „The Crown Of Creation“ ist nicht schlecht, wirkt aber insgesamt nicht ganz rund und aus einem Guss. Es fehlt dem Ganzen ein wenig die letzte Konsequenz in die eine oder andere Richtung. Das Album hätte sowohl ein vollwertiges Musical als auch ein durchaus hörenswertes Retro-Art-Rock-Epos werden können, ist aber leider im Endeffekt weder das eine noch das andere so richtig. Schade eigentlich.

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