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LUCINDA WILLIAMS - Good Souls Better Angels

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Artist LUCINDA WILLIAMS
Title Good Souls Better Angels
Homepage LUCINDA WILLIAMS
Label HIGHWAY 20 RECORDS
Leserbewertung
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10.0/10 (1 Bewertungen)

Kann man eigentlich so eine Stimme wie LUCINDA WILLIAMS haben, ohne Kettenraucherin und Schnapsdrossel zu sein? Man weiß es nicht und auf keinen Fall möchte ich der 67-jährigen Roots- und Countrymusikerin ein Suchtproblem unterstellen. Fest steht jedoch, dass sie ein ganz außergewöhnliches Reibeisen-Organ hat und inzwischen zu den wichtigsten Vertreterinnen ihres Genres zählt. Um diesen Status zu erlangen hat Mrs. Williams lange geackert, denn der kommerzielle Durchbruch gelang ihr erst rund 20 Jahre nach ihrem Debüt „Rambin‘“ mit der Americana-Platte „Car Wheels On a Gravel Road“, die 1998 erschienen ist.

Das ist inzwischen auch schon wieder mehr als zwei Dekaden her und natürlich war LUCINDA WILLIAMS in der Zwischenzeit mit ihrer Band nicht untätig. Unlängst ist Studioalbum #14 veröffentlicht worden. „Good Souls Better Angels“ titelt es und handelt weniger von persönlichen Problemen, sondern wirft einen Blick auf gesellschaftliche Fragen. „You Can’t Rule Me“ heißt es da im ruppigen Blues-Opener, während dem allgegenwärtigen medialen Overkill der „Bad News Blues“ verehrt wurde. Der „Man Without A Soul“ schleppt sich im breitbeinigen und bärbeißigen Südstaaten-Slang durch sein Dasein und darf als Kritik an Donald Trump verstanden werden, während das zum Seufzen schöne „Big Black Train“ das tonnenschwere Thema ‚Depression‘ behandelt. Begleitet von tiefergestimmten Langäxten singt die dreifache Grammy-Gewinnerin auf „Wakin‘ Up“ hörbar angepisst gegen häusliche Gewalt an, ehe „Pray The Devil Back To Hell“ mit viel Verve und einer harmonischen Instrumentierung, bei der insbesondere die Streicher im Ohr bleiben, übernimmt. Leise Töne schlägt derweil „Shadows & Doubts“ an und wenn das emotionale „When The Way Gets Dark“ ertönt, kann man sich hervorragend die letzten Pärchen vorstellen, die engumschlungen tanzen, während rundherum schon aufgeräumt wird und so langsam das Putzlicht angeht. Mit „Bone of Contention“ und „Down Past The Bottom“ gibt LUCINDA WILLIAMS rockig Gas, bevor „Big Rotator“ erneut in bluesigen Rock-Gefilden mäandert und „Good Souls“ mit reduzierten Mitteln den Ausputzer gibt. Hier haben die o.g. Pärchen ihre letzte Chance, dann ist endgültig Schluss.

„Good Souls Better Angels“ hat LUCINDA WILLIAMS zusammen mit ihrem Ehemann und Manager Tom Overby geschrieben und co-produziert. Außerdem war Ray Kennedy mit von der Partie, der zuletzt beim Klassiker „Car Wheels On a Gravel Road“ für den letzten Schliff gesorgt hat. Ein solcher Meilenstein ist die aktuelle VÖ vielleicht nicht, aber doch grundsolider Roots-Rock mit jeder Menge Herz und einer guten Portion angenehm frecher Schnauze.

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