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LUCY KRUGER & THE LOST BOYS - A Human Home

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Artist LUCY KRUGER & THE LOST BOYS
Title A Human Home
Homepage LUCY KRUGER & THE LOST BOYS
Label UNIQUE RECORDS
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Knapp ein Jahr nach der Veröffentlichung des Albums „Heaving“ steht mit „A Human Home“ eine neue Platte der Art- und Noise-Pop-Kapelle LUCY KRUGER & THE LOST BOYS in den Startlöchern. Mittelpunkt der Band ist die südafrikanische Fronterin und Wahl-Berlinerin Lucy Kruger, die in den 13 eindringlichen Songs auf „A Human Home“ von der Suche nach einem Gefühl von Zuhause fern der eigenen Heimat berichtet.

Es dürfte niemanden überraschen, dass die Lieder in direktem Zusammenhang mit der Corona-Pandemie und den damit verbundenen Lockdowns stehen. Die ursprüngliche Idee hinter dem „A Human Home“-Projekt war es, Gedichte, Skizzen und verschiedene künstlerische Ausdrucksformen von Freund:innen und Familie zu sammeln, die ihre eigenen Erfahrungen mit Isolation erkunden und als Ausgangspunkte für die Tracks zu verwenden. Letztlich waren es jedoch insbesondere ungeskriptete Gespräche, die Lucy Kruger in dieser Zeit führte, die ihre Schreibarbeit beeinflussten. Sie sammelte Sprachnotizen und Texte von Freund:innen und startete den bewussten Versuch, den kreativen und persönlichen Entwicklungsprozess durch den Einfluss anderer zu fördern und anzuerkennen.

In der Folge lässt sich zweifellos festhalten, dass nicht nur „A Human Home“ zu dem Schluss kommt, dass das Gefühl von Zuhause nicht nur durch den Ort bestimmt wird, sondern vor allem durch die Menschen, die wir lieben. Die musikalische Umsetzung darf getrost als experimentell bezeichnet werden. Als Grundlage dient das von Gefühlen geleitete Experimentieren mit Schlagzeug- und Synth-Sounds in Kombination mit dynamischen Gitarrenlayern. Der eröffnende Titeltrack wirkt entrückt, während das nachfolgende „Dripping Trees“ mit einer stoischen Anfangsstrophe beginnt und in einen atemberaubenden Tanz zwischen Bratsche und Gitarre mündet. Derweil sorgt das geheimnisumwitterte „Rooms“ mit seinen ebenso intimen wie expressiven Sounds für eine ganz besondere Stimmung, zu der übrigens auch Lucys beste Freundin Candice Cruse von Kapstadt aus beigetragen hat.  Genannt sei außerdem noch das schwerelose „Virtual Muse“, das mit dröhnenden Gitarren eine kahle Landschaft assoziiert und in seinem Minimalismus eine verzerrte, elektronische Erlösung verspricht. Zu meinen persönlichen Highlights zählt „The Whale Song“, der mit Tremolo-Gitarreneffekten und treibenden Schlagzeugbeats temperamentvoller daherkommt, ehe der eindrucksvollen Reigen mit „Golden Moon“ sanft endet. LUCY KRUGER & THE LOST BOYS sind keineswegs massentauglich, aber eine Empfehlung an Fans von PJ HARVEY, ALDOUS HARDING, KING HANNAH, SOPHIA BLENDA, PUBLIC DISPLAY OF AFFECTION, ANGEL OLSEN oder auch SHANA CLEVELAND.

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