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LYRONIAN - Hope and Veneration

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Artist LYRONIAN
Title Hope and Veneration
Homepage LYRONIAN
Label PRUSSIA
Leserbewertung
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4.0/10 (3 Bewertungen)

Das Projekt LYRONIAN von Alexander Kern gehört wohl zu den meistgelobten Hoffnungen des letzten Jahres und der Herr versucht nun mit der „Hope and Veneration“ EP die Vorschlusslorbeeren zu untermauern, ob dies auch eine Art Vorankündigung für ein neues Album ist, konnte ich allerdings nicht herausfinden.

Den Auftakt macht der recht simple und bedächtige Synth-Pop Song „Close To You“, der zentral mit einem normalen 80er Oktaven-Bass (oder wie ein Kumpel von mir sagen würde:„Hü-Ha“ Bass) daher kommt, welcher mich persönlich stark an MESH erinnert. Der schöne Gesang und das begleitende Klavier tun das Übrige, um mit einer träumerischen Melancholie aufzuwarten. Dieser Opener ist allerdings etwas trügerisch, denn bei „Längst Vergangenheit“ wildert man eher in den Gefilden von UNHEILIG, deutscher Gesang mit einem rockigen Touch, aber so richtig kommt es an den Grafen nicht heran, und auch textlich wirkt es doch recht belanglos, wobei man bei Titeln wie „Geboren um zu leben“ auch von einer pathetischen Schwülstigkeit reden kann. Die Gitarre wird bei „Dogma Dominante“ erst einmal beibehalten und nun kommt endlich auch mal Geschwindigkeit auf, für mich persönlich eigentlich der Favorit der EP, es ist aber kein Track, der einen gleich von Anfang an überwältigt, er baut sich langsam auf und man muss sich durch den etwas seichten Sound durchkämpfen, um den tollen Refrain zu genießen. „Murderer (Alpha)“ ist ein vernachlässigbarer, unbedeutender und seichter Synth-Pop Titel, richtig fad, wobei der „Murderer (Beta)“ mit seinen 1 Minute und 15 Sekunden viel intensiver und origineller daher kommt, schon etwas seltsam. Der Namensgeber der EP ist schließlich ein wirklich tolles Instrumentaler Stück, das sich mit elektronischer Raffinesse und melodiösen Details in mein Herz schleicht, eigentlich der wirkliche Star der CD.

Bisher war alles mehr oder minder „nett“ anzuhören, aber erst mit den Remixen wird die Sache richtig interessant, HAUJOBB verleiht „Längst Vergangenheit“ einen interessanten Charme, das schlechteste daran ist der nervende Text, beim Remix kommt der sogar noch schlimmer zur Geltung. Höhepunkte sind die Remixe von THE ETERNAL AFFLICT (so einen genialen Bass hätte ich nie von denen erwartet) und !DISTAIN, die machen aus „Dogma Dominante“, der eh schon gut ist, einen Überhit, der mich mit seiner groovigen akustischen Bassgitarre völlig mitreißt, während drum herum die elektronischen Sounds an einem vorbei flitzen. Dieser Remix kommt ab heute mit seiner Raffinesse, Feingefühl und perfektem Aufbau in meine persönliche Top Ten.

So, nun habe ich über eine EP doch mal viel geschrieben, aber so richtig schlau werde ich aus der Tracklist nicht. LYRONIAN besitzt wirklich einiges an Qualität, Herr Kern besitzt Talent in den Bereichen Komposition und Gesang, aber er ist wohl immer noch in der Selbstfindungsphase, und gewisse Songs sollte er sich lieber sparen, aus diesem Grund kann ich mich noch zu keiner Empfehlung überwinden. Vielleicht hat er vom Klang her eines Tages seinen Stil gefunden und greift nicht wie beim Büffet von allem etwas auf den Teller, wobei der ganz feine Geschmack aber in dem Haufen verloren geht. Es sind einige gute Sachen dabei, vielleicht kann es den einen oder anderen überzeugen, sich die ganze CD zu kaufen, in der limitierten Auflage kommt „Hope and Veneration“ zuallererst als Digipack auf den Markt.

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