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M.O.D. - Red, White and Screwed

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Artist M.O.D.
Title Red, White and Screwed
Homepage M.O.D.
Label I SCREAM RECORDS
Leserbewertung
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Wenn es um M.O.D. (aka Methods of Destruction) geht, gebe ich offen zu, dass ich nur weiß, dass es sich um die Band des politisch höchst inkorrekten Raufboldes Billy Milano handelt. Dieser ist natürlich hauptsächlich bekannt durch das S.O.D. Projekt, an dem noch Scott Ian und Charlie Benante (beide ANTHRAX), sowie Danny Lilker (ANTHRAX, dann NUCLEAR ASSAULT) beteiligt waren.

Nun hat sich der alte ANTHRAX-Roadie nach vier Jahren noch einmal aufgemacht, eine neue Scheibe unter das Volk zu bringen. Und das überraschende ist: Die ist richtig gut geworden! Nach den ersten Takten beginnt der Kopf unweigerlich zu wippen, denn das hier ist Old-School-Crossover aus Metal und Hardcore vom allerfeinsten. Soundmäßig schließt Herr Milano also an die Glanzzeiten von S.O.D. an. Was aber noch mehr verwundert, ist der Umstand, dass die Songs relativ ernst ausgefallen sind. Diese Aussage muss natürlich unter den Maßstäben des Billy Milano verstanden werden, denn wie so oft schießt er natürlich textlich über das Ziel hinaus. Bei „Jose can you see“ zeigt er unzweifelhaft, was er von dem Einfluss Mexikos hält: “My Neighborhood el stinko/ My Country down the drinko/ The ACLU sold us out / Death to those fuckin Pinkos/ There is a Taco-Bell next to the Alamo/ It just goes to show you/ America needs more men like John Wayne/ To drive them south out of the border again/ We must have national pride/ Americans Rise!” So etwas sollte sich mal eine deutsche Band erlauben, da wäre das Geschrei – zu Recht – groß. Aber schon 1985 stänkerte er z.B. „Fuck the Middle-East!“ und fragte „Aren’t You hungry?!“ Über so etwas muss man natürlich hinweg sehen können und wollen. Und jedem, der das nicht will, ist mein Verständnis sicher. Aber so etwas gehört auch zu seinem Image und selbst auf der Bühne mit Scott Ian (der Jude ist) gab es immer eine gehörige Portion Juden-Witze. Irgendwann habe ich Scott mal gefragt, was er denn von den Ausfällen Milanos halten würde, worauf er nur lapidar antwortete: “I don’t think about what Billy says…“ Aber auch die Beiden reden mittlerweile nicht mehr miteinander. Dieser Teil von M.O.D. ist durchaus diskussionswürdig, denn wenn es ironisch gemeint ist, fehlt das Smiley… Aber wenn bei dem KING DIAMOND Rip-Off „G.L.E.T. Greatest Lie ever told“ James Hetfield noch einen drauf kriegt, muss man doch wieder leicht schmunzeln. Ich denke, man muss einiges durch die rosarote Entertainment-Brille sehen, denn er legt es schon sehr darauf an, der „Anti-Biafra“ zu sein.

Musikalisch jedoch ohne Fehl und Tadel, transparent in Szene gesetzt von Tim Gerron (BJÖRK/ DAVID BOWIE/ TUPAC) knallt die Scheibe von vorne bis hinten. Der Titelsong kommt sogar mit Melodie daher, auch „Speaking the truth to power“ ist ein richtiger Hardcore-Hit im besten S.O.D. Style. „Suicide Bombs Pop“ ist dank kleiner melodischer Gitarrenläufe tatsächlich fast poppig zu nennen. Für Freunde des New York Sounds und der derben Worte ein überraschender Pflichtkauf. Alle anderen müssen erstmal ihr Gewissen fragen…

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