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MACHINE HEAD - Through the Ashes of Empires

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Artist MACHINE HEAD
Title Through the Ashes of Empires
Homepage MACHINE HEAD
Label ROADRUNNER RECORDS
Leserbewertung
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7.3/10 (3 Bewertungen)

MACHINE HEAD hatten es in letzter Zeit nicht gerade einfach. „Supercharger“ erschien ein paar Tage nach dem berüchtigten WTC-Attentat, das erste Video zeigte eine brennende Stadt und schon war man nicht mehr en vogue. Eine kurze Zeit stand man sogar ohne Label im Rücken da, mittlerweile hat man aber zumindest für Europa den alten Partner wiedergewonnen. Möglicherweise boten aber gerade diese Ereignisse eine Chance zur Selbstreflexion, wo will man hin? Welche musikalischen Möglichkeiten hat man noch? Radiotauglichkeit oder Härte? Die Mannen um Rob Flynn haben sich entschieden, und das richtig.

Zunächst einmal gab es einen neuen Mann einzuarbeiten, Ahrue Luster ist ja bekanntermaßen zu ILL NIÑO abgewandert, sozusagen ein Wechsel von einem Roadrunner Profit Center zum anderen. Dafür wurde ein alter „Bay Area-Hase“ geholt, Phil Demmel, den viele sicher noch aus seiner Zeit bei VIO-LENCE kennen. Dort arbeitete er ja schon einmal mit Flynn zusammen, der Kreis schließt sich also. MACHINE HEAD trafen eine Entscheidung, die da lautete: „Back to the Roots“, allerdings ohne Innovationen missen zu lassen. Zunächst produzierte man die Scheibe mit dem selbstreflektierenden Namen selber, für den Mix holte man sich dann doch wieder Colin Richardson, den kongenialen Begleiter der Amis. Das Ergebnis liegt nun vor und kann sich mit den ersten beiden Platten messen, die ich bis dato für die Highlights der Maschinenköpfe gehalten hab. Was war ich damals stolz darauf, ein Vorabtape von „Burn my Eyes“ zu besitzen, man war ja in aller Munde als das „nächste große Ding“. Und was wurde auf dem Debüt geschreddert und geknallt. Das sollte man von „Through the Ashes…“ jetzt nicht erwarten. Zwar agiert man partiell wieder härter, ordnet diese Härte aber einer Gesamtstrategie unter, die da lautet, gut arrangierte Songs zu schreiben, die Wirkungstreffer landen. Durch die komplexeren Arrangements wurden die Stücke auch länger, Spielzeiten deutlich über 5 Minuten sind hier die Regel. Zwar nimmt man sich damit die Spielwiese der sofortigen Eingängigkeit, gewinnt aber auf Dauer („It grows…“). Natürlich erfindet das Quartett den Metal nicht neu, nicht mal sich selbst, aber sie entdecken neue Facetten. Melodisches, Dynamisches und Progressives würzen die Riffattacken. Wenn bei „Days turn Blue to Gray“ mitten im Song die Gitarren nur noch auf eine minimale, progressive Spielerei reduziert werden, um gleich danach wieder zu explodieren, bringt das die Herangehensweise auf den Punkt. Auch „Bite the Bullet“ oder „In the Presence of my Enemies“ möchte ich als besonders kraftvoll outen. Allerdings pegelt sich das Gesamtwerk so hoch in der Qualitätsskala ein, dass ich hier auch alle anderen Stücke hätte nennen können.

Wer einen Mix aus Aggressivität und Melodik, aus Bay Area-Vergangenheit und Nu Metal-Neuzeit, aus neuer Frische und alter Abgeklärtheit zu schätzen vermag, sollte hier zuschlagen. MACHINE HEAD waren selten besser und niemals weiser…

Auf der Roadrunner Homepage (www.roadrunnerrecords.de) steht der Track „Left Unfinished (unmastered decoy version)“ als Download zur Verfügung!

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