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MACHINE HEAD - Unto the Locust

VN:F [1.9.22_1171]
Artist MACHINE HEAD
Title Unto the Locust
Homepage MACHINE HEAD
Label ROADRUNNER RECORDS
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
9.1/10 (421 Bewertungen)

Die Frage, die mich beim neuen Album von MACHINE HEAD im vorhinein beschäftigte, war, wer sich nun mehr einen Kopf um die neuen Songs der Thrash Metal-Helden macht. Die Band selbst, weil man sich nach dem Metal-Meilenstein „The Blackening“ selbst extrem unter Druck gesetzt hat, einen würdigen Nachfolger zu liefern? Oder die Fans, die nach einem derartigen Machtwerk darüber gerätselt haben dürfen, in welche Richtung Robb Flynn (Gitarre, Gesang) mit seinen Kollegen nun gehen würde?

Der Vorab-Song „Locust“ beruhigte die Massen schnell mit satten, typischen MH-Riffwänden, versierten/ ein wenig verspielten Melodien, brutalen wie auch nachdenklichen Passagen und einem packenden Refrain. So war schon mal klar, dass MACHINE HEAD auch weiterhin MACHINE HEAD bleiben würden! Nun aber kommt das Album und das bietet doch einige Überraschungen. So beginnt „I Am Hell (Sonata in C#)“ mit einem choralen Gesangs-Intro, wuchtet sich dann aber mit einem deathigen Part weiter. Ein Start, der sich gewaschen hat! Doch plötzlich dreht sich der Track um 180Grad, vertrackte Riffings setzen ein und ein knallharter Old School-Thrasher, mit dem wohl keiner gerechnet hätte, wird von der Kette gelassen! Satt! Und damit geben die Amis dann auch gleich die Schlagrichtung vor! Hier wird sich nicht zurückgelehnt oder auf Nr.-Sicher gegangen, sondern mächtig Gas geben! So poltert „This is the End“ in ähnlich direkter Thrash-Manier nach vorne, wobei hier auf eine gelungene Balance aus Melodie und Brutalität geachtet wird, sowohl beim instrumentalen Teil als auch bei den Vocals, bei denen Flynn die cleanen Parts gezielt und nie übertrieben einsetzt und seine harshen Shouts wie eh und je mitreissen! Apropos mitreissen: Auf jedem Album bieten MACHINE HEAD mindestens einen richtigen Gänsehaut-Song, der einen vom ersten Ton an packt, nicht wieder los lässt und jedes Gefühl und jeden Gedanken von Robb Flynn förmlich miterleben lässt. Dies ist auf „Unto the Locust“ ohne Frage „The Darkness Within“. Dieser Song beginnt gefühlvoll mit akustischer Gitarre, eindringlich-emotionaler Vocal-Line und wenn die satten Riffs hereinbrechen und die eindringliche Melodie mit dem klasse Solo einsetzt, überfällt einen ein Schauer nach dem nächsten! Stichwort „klasse Solo“: Gerade mit „The Blackening“ haben Robb Flynn und sein Axt-Kumpane „Phil Demmel“ ein unglaubliches spielerisches Level erreicht, welches sich natürlich auch auf „Unto the Locust“ auswirkt. So ist es einfach großes Kino, wie die beiden Saiten-Hexer satte Riffs ohne Ende auspacken, coole Melodien aus dem Hut zaubern und sich in teilweise zweistimmigen Soli gegenseitig zu Höchstleistungen pushen. Allerdings hat man da das Gefühl, dass die beiden teils nicht mehr den Ausgang gefunden haben, so werden z.b. der Opener wie auch „Pearls for Swine“ am Ende ausgeblendet, als hätte man einfach keinen schlüssigen Abschluss gefunden.

Als der vertracke Abschluss „Who we are“ dann mit einem Kinderchor startet, mit klassischen MH-Riffs aufwartet und von einem Volltreffer-Refrain abgerundet wird, wird klar, dass MACHINE HEAD auf „Unto the Locust“ wieder mal alle Register gezogen und auf ganzer Linie Erfolg haben werden. Und dazu hat die Band die unglaubliche Aufgabe gelöst, sich einerseits treu zu bleiben und sich dazu nicht vom großen Schatten des „The Blackening“-Erfolgs erdrücken zu lassen. Vielleicht liegt es auch einfach daran, dass sich die Jungs selbst viel weniger Kopp um die Sache gemacht haben als die gesamte Metal-Welt es getan hat!

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