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MACHINE MEN - Scars & Wounds

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Artist MACHINE MEN
Title Scars & Wounds
Homepage MACHINE MEN
Label DYNAMIC ARTS RECORDS
Leserbewertung
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8.0/10 (1 Bewertungen)

Glaubt nicht an den Hype! Natürlich gehört Überschwang und Übertreibung zum Musikgeschäft dazu und die berückende Begeisterung, die eine neu auf den Bühnen dieser Welt ihre Aufwartung machende Band auslösen kann, hat schon den unbestechlichsten und gnadenlosesten Kritiker aus seinem Elfenbeinturm der vermeintlichen Objektivität herausgelockt, doch muss man als Konsument und Liebhaber bei aller durchaus begrüßenswerten Naivität stets auch einen Riecher für Mythos und Wahrheit haben. Darum sollte man zum Beispiel bei den mit Lobesbekundungen überhäuften MACHINE MEN zumindest Vorsicht walten lassen.

Dabei ist „Scars and Wounds“ ein durchgängig eingängiges und erfreuliches Werk geworden, dem man höchstens mit boshafter Akribie etwas Schlechtes anheften könnte. OZZY tragen die fünf wackeren Finnen auf dem T-Shirt, JUDAS PRIEST und IRON MAIDEN im Herzen und neben einer soliden Instrumentalarbeit weiß vor allem Sänger Antony mit einem glockenklaren Organ und erstaunlich wenigen Manierismen oder unnötig akrobatischer Vokalarbeit zu überzeugen – statt dessen werden schon mal in bester Popmanier verschiedene Gesangsphrasen übereinander gelegt, um den gewünschten dramatischen Effekt zu erzielen, oder die düstere Coda mit einem finster geraunten Monolog unterlegt. Die beiden Eingangssongs „Against the Freaks“ und „The Gift“ dürfen schon jetzt mit auf das Sommer-Mixtape und mit dem sich rhythmisch nicht sofort erschließenden „Betrayed by Angels“ und dem eher auf einem derben Riff, denn einer deutlichen Harmoniefolge basierenden „Victim“ lässt die Band auch eine zweite, experimentellere Seite von sich sehen. So könnte man noch eine gute Weile freundliche Worte über dieses Album verlieren, ohne sich dabei auch nur ein einziges Mal verrenken zu müssen, doch kann man auch nicht umhin, die Vorschußlorberen als ein wenig übertrieben zu bezeichnen. Gerade im Mittelteil sind MACHINE MEN nicht immer so zwingend, wie sie vielleicht sein wollten und obwohl sie sich niemals vom wahren Glauben entfernen, haben andere Gruppen das auf diesem Niveau genauso gut hinbekommen und dabei auch ein, zwei echte Kracher mehr aufs Album gepackt.

Dafür aber möglicherweise mehr Ausschuss und was man „Scars & Wounds“ hoch anrechnen muss ist die beeindruckende Konstanz, die für ein Debüt nun wirklich nicht selbstverständlich ist. Immer wieder schrammt man dabei nur knapp am großen Wurf vorbei, so zum Beispiel im siebenminütigen Titelstück, dessen akustisches Intro so manche Legende neidisch machen dürfte. Beim nächsten Mal wird sich zeigen, wie viel an diesem Hype dran war, so lange sagen wir erst mal „vielversprechend“ dazu.

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