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MAD MAX - Here We Are

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Artist MAD MAX
Title Here We Are
Homepage MAD MAX
Label A-MINOR RECORDS
Leserbewertung
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10.0/10 (1 Bewertungen)

MAD MAX aus Münster zählen zu den altgedienten Veteranen des deutschen Hard Rocks. Der ganz große Erfolg blieb in der 25-jährigen Bandgeschichte zwar aus, aber immerhin können die westfälischen Melodic Rocker Erfolge im Inland, in Europa und Japan vorweisen. Nach sieben Alben, zahllosen Touren u.a. mit DEEP PURPLE und ALICE COOPER und der Reduzierung vom Quartett zum Trio (Schlagzeuger Axel Kruse möchte sich in Zukunft ausschließlich auf seine Kapelle JADED HEART konzentrieren), haben sich Michael Voss (Lead Vocals, Guitars), Jürgen Breforth (Guitars) und Roland Bergmann (Bass, Backing Vocals) zum Silbernen Bandjubiläum etwas ganz besonderes überlegt: Für die 14 Songs des neuen Albums „Here We Are“ haben sie musikalische Wegbegleiter aus allen Teilen der Welt eingeladen, die jeweils für ein Lied Ideen, Melodien oder Akkorde beigesteuert haben. Entstanden ist sozusagen ein interaktives Songwriting, das sich im Einzelnen so darstellt:

Beim Opener „Caravan“ hat zunächst Jo Lynn Turner (ex-RAINBOW, ex-DEEP PURPLE) mitgeholfen, eine treibende Hard ’N’ Heavy-Nummer zu zaubern. Das folgende „Where The Winds Blow“ dominiert die DEEP-PURPLE-Hammond-Orgel, die Don Airey mitgebracht hat. Der Titeltrack ist gleichzeitig auch die erste Single und steht für Vergangenheit und Zukunft von MAD MAX. Ein ordentliche Portion Pathos haben Michael Voss und sein Kumpel Jan Löchel (Komponist für H-BLOCKX und REAMON) dem Anlass entsprechend einfließen lassen, bevor „Higher And Higher“ (mit Michael Schenker) wieder straight nach vorn rockt. Mit „Down To Babylon“ unternehmen MAD MAX und Jeff Scott Soto (ex-JOURNEY, TALISMAN) einen kleinen Ausflug in die hardrockenden Seventies, während „Love Walks Lonely“ eine zeitlose Midtempo-Variation unter der Mitwirkung von Oz Fox (STRYPER) ist. Mit Ken Tamplin (ex-JOSHUA, TAMPLIN) und „Stop One Minute“ haben sich MAD MAX aufs Balladen-Terrain getraut, wobei zusätzlich für die weiblichen Vocals eine Dame namens Pearl ins Boot geholt wurde. „How Deep“ (Bernie Torme – ex-GILIAN, ex-OZZY OSBOURNE) lässt es wieder mehr krachen und auch „Don’t Talk It Over“ (AXEL RUDI PELL) gibt knackigen Langäxten den Vortritt. ACCEPT-Gitarrist Wolfgang Hoffmann darf zu „All of My Heart“ kuscheln. Mir gefällt bei dem Song besonders die Pedal Steel Guitar, die dem Ganzen ein bisschen Südstaaten-Touch verleiht. „Mad Gone Blind“ fängt Achtziger-Jahre-Atmosphäre ein, die David Readman seinerzeit noch nicht mit seiner heutigen Band PINK CREAM 69 schnuppern konnte, weil er erst seit 1994 dabei ist. Damals hat er den Sänger Andi Deris abgelöst, der zu HELLOWEEN gewechselt war, eben jener Speed-Metal-Truppe, der auch Sascha Gerstner angehört, der sich beim abwechslungsreichen „Keep You Alive“ verewigt hat. „High On Wheels“ geht’s traditionell mit Marc Storace (KROKUS) weiter, dann intonieren MAD MAX im Alleingang „Say Goodbye To Hollywood“. Es wird noch mal gefühlvoll, so ein Abschied ist schließlich immer auch ein wenig schmerzlich und bedarf der passenden musikalischen Untermalung.

Die Idee, sich auf diese Weise selbst zum Geburtstag zu beschenken und sich von Freunden inspirieren zu lassen, ist sicherlich nachahmenswert. Liebhaber des klassischen, melodischen Hardrocks werden das Ergebnis zu schätzen wissen, auch oder vielleicht auch gerade weil keine stilistischen Experimente gefahren wurden und es solide Mucke auf die Ohren gibt.

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