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MADELEINE LE ROY - Chateau Noir

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Artist MADELEINE LE ROY
Title Chateau Noir
Homepage MADELEINE LE ROY
Label SPIRIT PRODUCTION
Leserbewertung
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6.3/10 (3 Bewertungen)

Wer kennt sie nicht: MADELEINE LE ROY. Die Leute, die sich jetzt fragen, woher sie die Dame denn kennen sollen, sollten mal im Gedächtnis kramen und überlegen, ob sie jemals UMBRA ET IMAGO live gesehen haben, denn auf der Bühne zeigt sich die Lady von ihrer offenherzigsten Seite. Der ein oder andere dann vielleicht auch aus anderen Zusammenhängen, aber dafür sei auf die Homepage der hübschen, unverklemmten Lady verwiesen. Mit „Chateau Noir“ liegt ein Album vor, das im engen Zusammenhang mit einer anderen künstlerischen Neigung von MLR steht: Der Fotografie, oder genauer gesagt „das fotografiert werden“. Neben der Kalenderreihe „MADELEINE LE ROY et ses amies“ wagt sich die Künstlerin jetzt auch auf das musikalische Terrain.

Am besten beschreiben lassen sich die Stücke auf diesem Album als Klanglandschaften, die viel von der Erotik mittragen, die MADELEINE LE ROY auch auf der Bühne und mit ihren Bildern vermittelt. Zwischen mystischer, etwas düsterer Anfangsstimmung im ersten Stück oder auch kinsternder Spannung beim dritten Track („Das Schloß des Marquis de Sade“) gibt es einige aus Synthies und Geräuschen bestehende Klangwerke, die einen durchaus in eine fröstelnde, gespannte oder auch entspannte Stimmung versetzen. Eingestreut sind gesprochene Literaturauszüge, die aus klassischen Werken wie „Die Geschichte der O“ stammen und die sich textlich und auch durch die Interpretation im gesprochenen Wort perfekt in die Klangsphären einweben. Melodisch bis tanzbar wird es dann im vierten Stück, „Session 1“, zu dem es auch einen Remix von DRACUL gibt (nicht auf der Promo enthalten). Aber nicht nur MOZARTS Nebenprojekt gibt sich die Ehre, auch Oliver SATYR von FAUN und AMBER tragen durch die gesprochenen, literarischen Passagen zu diesem Album bei. Endgültig clubreif ist „Wuthering Heights“, der fünfte und letzte Track auf der Promo. Dieses Cover zum Original von KATE BUSH passt vielleicht nicht so ganz zu den anderen, doch eher düsteren Tönen des Silberlings, ist aber durchaus auskopplungsfähig. Allerdings fällt auch diese Bearbeitung nicht vollends aus dem Rahmen, denn durch „Session1“ gelingt die Überleitung aus den Instrumental- und Sprechstücken hin zu diesem wavigen Teil fast perfekt.

Eigentlich fehlt mir jetzt nur noch der Kalender (VÖ Ende August). Und: Wer empfindlich ist und mit Erotik in Ton und Sprache nichts anfangen kann, dem sei „Chateau Noir“ sicherlich nicht empfohlen. Allen anderen jedoch uneingeschränkt…

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