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MADS LANGER - Behold

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Artist MADS LANGER
Title Behold
Homepage MADS LANGER
Label SONY
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Mit 15 hatte MADS LANGER den großen Traum, Rockstar zu werden und nach New York zu gehen. Sieben Jahre später war er im Big Apple und hatte ein Album im Gepäck, das nach eigenem Bekunden elf potenzielle Radiohits enthielt. Lob und Zuspruch gab’s in der amerikanischen Metropole für den Jungen aus der dänischen Provinz auch reichlich. Der musste allerdings feststellen, dass er auf den ganzen Hype gar keine Lust mehr hatte und dass sein Debüt eigentlich nur etwas war, wovon er dachte, dass es von ihm erwartet würde. Sein eigenes Herz konnte er mit seiner Musik hingegen wohl nicht berühren. Also ging’s zurück ins beschauliche 20.000-Seelen-Nest Skive, wo sich Mads ein altes Auto kaufte und auf Tour ging. Es folgte ein zweites, selbstbetiteltes Album und jetzt nach unzähligen Gigs, die Langer jede Menge neue Fans bescherten, Longplayer #3 mit dem Namen „Behold“.

Der smarte 27-jährige, der in seinem Leben bereits 250 Lieder geschrieben hat, präsentiert auf seinem jüngsten Silberling zwölf Songs mit viel Gefühl, denen man durchaus anhört, dass er einst von einem Talentscout entdeckt und gefördert wurde, der zuvor auch Acts wie KEANE oder COLDPLAY musikalisch auf Erfolgskurs gebracht hat. Was der Däne, der in seiner Heimat inzwischen eine ziemlich große Nummer ist, abliefert, geht ohne Umwege ins Ohr und gefällt mit schönen Melodien und einer sympathischen Stimme. So startet der Opener „I’m Leaving“ mit ebenso abwechslungsreichen wie verspielten Arrangements inklusive Piano und Glockenspiel, ehe „The River Has Run Wild“ ruhige Töne mit einer ordentlichen Portion Melancholie anschlägt. Emotional schließt sich auch „Riding Elevators“ an; wenngleich hier mehr Dynamik im Spiel ist. Die beschwingte Single „Microsope“ entstand in absoluter Abgeschiedenheit, während „Fact-Fiction“ innerhalb von nur zehn Minuten in den USA komponiert wurde und die damalige Zerrissenheit und Verwirrung des jungen Musikers mit leisen Tönen widerspiegelt. Der „Drunken Butterfly“ schwirrt zunächst mit behänder Leichtigkeit aus den Boxen, um dann langsam auf den harten Boden der Tatsachen zurückzukehren. „Your’re Not Alone“ dürfte vielen bekannt vorkommen, denn bei dem Stück handelt es sich um eine gefühlvolle Version des 1997er Hits der nordenglischen Dance-/Breakbeat-/Trip-Hop-Formation OLIVE, mit der Mads bereits die Charts stürmen konnte. Das melodramatische „Remains of You“ stammt ebenso wie das sentimentale „Last Flower“ in Gänze aus Langers Feder. Mit „Rearranged“ geht’s in ähnlicher Weise weiter, bevor „I Love You“ mit ein paar Pianoakkorden zur verschmitzten Liebeserklärung ausholt. Bleibt noch das reduzierte „Death Has Fallen In Love“, mit dem sich MADS LANGER mit einem gerüttelt Maß Herzschmerz von seinen Zuhörern verabschiedet.

„Behold“ ist definitiv Musik für ruhige Stunden. Zur Mucke des Dänen lässt sich bestimmt bestens den Wolken hinterher schauen oder ins Feuer blicken. Dazu noch ein Glas Wein und den/die Herzallerliebste(n) im Arm und die Welt ist schön. Und wenn dem mal nicht so sein sollte, dann ist Mads auch da, um in Schwermut zu suhlen. Und das hört sich bei ihm noch nicht mal schmalzig oder peinlich an.

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