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MADSEN - Labyrinth

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Artist MADSEN
Title Labyrinth
Homepage MADSEN
Label VERTIGO
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
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7.7/10 (7 Bewertungen)

Huch, was ist denn mit MADSEN passiert? Ich meine jetzt nicht den bösen Unfall beim Videodreh zur Single „Lass die Liebe regieren“, bei dem Sänger Sebastian Madsen auf fünf Metern Höhe stürzte und sich u.a. einen komplizierten Trümmerbruch des linken Handgelenkes zugezogen hat, wodurch die ausverkauften Mai-Tourtermine in den Winter verlegt werden mussten. Nein, das vierte Album der drei Madsen-Brüder aus dem Wendland, die am Bass von Niko Maurer unterstützt und zudem nach dem letzjährigen Ausstieg ihres Keyboarders Folkert Jahnke live von Lisa Nicklisch an den Tasten begleitet werden, startet ganz einfach mit für MADSEN recht ungewöhnlichen Klängen:

Der eröffnende Titeltrack „Labyrinth“ klingt nämlich wie ein Konglomerat aus MÜNCHNER FREIHEIT (kennt die eigentlich noch jemand?) und QUEENs „Bohemian Rhapsody“. Zumindest solange bis die Herrschaften nach viel zu viel Pathos mit Glam-Rock-Schweinegitarre und Trommelwirbel wieder zu von den Jungs bekannteren Schrammelsounds zurückfinden. Die gibt’s dann auch bei „Mein Herz bleibt hier“ mit viel wütendem Biss auf die Ohren, ehe „Das muss Liebe sein“ endgültig klar stellt, dass die Niedersachsen mit Wahlheimat in Berlin (der Hauptstadt wurde mit „Berlin, was willst Du von mir?“ sogleich auch ein knackiger Song gewidmet) sich von ihrem Punk-Pop-Indie doch nicht so weit entfernt haben, wie der Opener befürchten ließ. „Zwischen den Zeiten“ könnte jedoch die Anhängerschaft spalten, da die Nummer doch verhältnismäßig zuckrig daherkommt. Live dürfte der Schmachter jedoch ein Stimmungs- und Mitsinggarant sein und wahrscheinlich machen die Gebrüder Madsen, die langsam alle Richtung 30 tendieren, sich ganz einfach Gedanken übers Erwachsenwerden. „Lass die Liebe regieren“ stößt mit ähnlichen Emotionen ins gleiche Horn, bevor dank „Blockade“ mit brachialem Hardcore-Gebretter von der ganzen Lieblichkeit nichts mehr übrig bleibt. Fast zumindest, denn mit „Jeder für jeden“ haut das Quartett noch ein dann doch wirklich grenzwertiges Heile-Welt-Liedchen raus. Meine Herren, das könnt ihr aber besser! Den Beweis tritt umgehend das beschwingt-krachende „Mit dem Moped nach Madrid“ an und auch „Schön, dass du wieder da bist“ überzeugt im MADSEN-Style, der ein wenig CURE-Attitüde getankt hat. Das melancholische „Obenunten“ wartet nicht nur mit Lisa an der Melodica, sondern auch am Mikro auf. Die Melodie von „Obenunten“ klingt zwar ein bisschen bei ELON JOHNs „Sorry Seems To Be The Hardest Word” geklaut, ist aber trotzdem ein schönes Stück. Zum Schluss wird’s mit „Sieger“ sogar mitsamt Dudelsack-Klängen noch ein wenig folkig und wer die limited Edition kauft, bekommt zudem mit „Leben“ und „Legende“ nicht nur zwei weitere hörenswerte Songs, sondern zusätzlich auch eine DVD mit etwa 35 Minuten Aufnahmen aus Proberaum und Tonstudio.

Mit „Labyrinth“ können MADSEN leider nicht zu 100 Prozent punkten, es überwiegen jedoch ganz klar die gelungenen Tracks und wenn die Kapelle erst wieder auf der Bühne steht (die Festivaltermine im Frühjahr und Sommer sollen von den ärztlich verordneten Tourbeschränkungen nicht betroffen sein), werden sie ihren Fans mit Sicherheit auch mit dem neuen Material wieder ordentlich einheizen.

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