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MAGELLAN - Impossible Figures

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Artist MAGELLAN
Title Impossible Figures
Homepage MAGELLAN
Label INSIDE OUT
Leserbewertung
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Man merkt an den Veröffentlichungen der letzten paar Wochen, dass wir so langsam in ein Sommerloch schlittern. Zwischen den vielen wunderbaren und herausragenden Alben liegen jetzt immer mal wieder auch ein paar Enttäuschungen und „Impossible Figures“ bestätigt diesen Trend. Nicht, weil es sich hier um ein schlechtes Album handelt – ganz im Gegenteil! Sondern vielmehr deswegen, weil es bereits im November des letzten Jahres erschien.

Und damit noch genügend Gelegenheit erhielt, in einigen Jahresrückblicken nach allen Regeln der Kunst verrissen zu werden. Top-10 der schlechtesten Alben 2004 im Redaktionspoll des Hammers und die Vorwürfe lauteten auf mangelhaftes, verfahrenes Songwriting und klebrige Keyboardsounds. Es ist gut, dass dieses Werk nun nach dem Verstreichen einer angemessen Zeitspanne eine neuerliche Bekanntschaft und Beurteilung erfahren darf, denn „Impossible Figures“ führt das Brüdergespann Trent und Wyne Gardner wieder dort hin, wo sie hingehören: An einen der Spitzenplätze der internationalen Progmetalszene. Allein schon die zehn mitreißenden Minuten von „Killer of Hope“ sind das Geld für diese Scheibe wert, ein wütender Stampfer mit Stoneranleihen und einigen ausgedehnten, doch niemals ausufernden Instrumentalsoli, welcher hyperaktiv auf der Stelle tritt und sich dabei über einem klar erkennbaren Basismuster stets neu zu erfinden scheint. Nun macht ein guter Song noch kein gutes Album, doch fällt die Spannungs- und Qualitätskurve in der Folge niemals auch nur ein Prozentpünktchen ab. Ganz im Gegenteil sind die sich behutsam steigernde Pianoballade „Hymn for a Heathen“, der mit Ethno-Elementen unterlegte Funkrock von „A World Groove“ und vor allem das abschließende „Feel the Cross“ absolute Höhepunkte. Gerade letzteres Stück beeindruckt durch die vollkommen natürliche Integration verschiedenster Stilmittel: Industriell angehauchte Beats aus dem Drumcomputer treiben eiskalte, abgehackte Riffs voran, doch ehe sich der Song in eine infernalische Klangorgie verabschiedet, setzt die Akustische mit einem hypnotischen Motiv ein und trudelt das Album optimistisch und glücklichmachend aus.

Obwohl man sich unterwegs bei Bach bedient und so ungefähr alle Instrumente eines durchschnittlichen Philharmonieorchesters an wenigstens einer Stelle einmal auftauchen, wissen MAGELLAN vor allem durch ihr konzentriertes und zielgerichtetes Vorgehen zu begeistern – gleichzeitig von symphonischer Grandeur und kammermusikalisch kompakt sozusagen. Wer hier schwache Songs oder schlechte Sounds gehört haben will, muss eine Dreiviertelstunde lang geschlafen haben.

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