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MAGNA CARTA CARTEL - The Dying Option

Artist MAGNA CARTA CARTEL
Title The Dying Option
Homepage MAGNA CARTA CARTEL
Label VERNAL VOW RECORDS
Leserbewertung

Die schwedische Synth-Rock-Kapelle MAGNA CARTA CARTEL – kurz MCC – wurde 2008 gegründet und verschwand 2010 wieder in der Versenkung. Bis dahin hatte die Band eine EP („Valiant Visions Dawn“) und eine Langrille („Goodmorning Restrained“) veröffentlicht. Dann wurde das Projekt allerdings auf Eis gelegt, was maßgeblich daran lag, dass sich Martin Persner, Gründer, kreativer Kopf von Visionär von MCC, den Mummenschanz-Okkult-Metallern von GHOST angeschlossen hatte und dort am Sechssaiter aktiv war. 2016 quittierte er dort seinen Dienst als Nameless Ghoul (gemeinhin war von ihm auch als ‚Omega‘ die Rede) und reaktivierte 2017 MAGNA CARTA CARTEL, während sein alter MCC-Kompagnon Tobias Forge weiterhin als Papa Emeritus den Zeremonienmeister bei GHOST gab und gibt. In der Folge erschien im gleichen Jahr die EP „The Demon King“ und im Sommer das Album „The Dying Option“, das unlängst auch auf Vinyl in die Plattenläden gekommen ist.

Martin Persner, der dieser Tage vom Bassisten und Keyyboarder Pär Glendor und dem Schlagzeuger Arvid Persner unterstützt wird, hat nach eigenem Bekunden nie aufgehört, Songs für MCC zu schreiben und sicherlich zählen die zehn neuen Stücke zu den musikalisch aufregendsten Liedern in seiner bisherigen Karriere. Sie vereinen Elemente aus Retro-Futurismus, Soundscape und Post-Punk zu einem üppigen Geräuschcocktail, der sich problemlos in die Playlists so ziemlich jeden Genres einfügt. Der MCC-Sound war von jeher als Soundtrack zu einem Film angelegt, der noch gedreht werden musste und diese Tradition setzt auch „The Dying Option“ fort, wobei insbesondere Science-Fiction und dystopische Thriller zu den bevorzugten Gattungen zählen dürften. Die Idee zum Opener „Arrows“ kam Martin etwa, nachdem er den Horrorklassiker „The Shining“ von Stanley Kubrick gesehen hatte. Außerdem wird die sphärische Nummer durch das Gitarrenspiel von The Edge (U2) inspiriert. Das geheimnisvolle „Silence“ schließt sich mit wabernden Synthie-Flächen an, bevor das temperamentvolle „Darling“ die Langäxte von der Leine lässt und auf dem Dancefloor bittet. Das dezent cowboyeske „Sleepy Eye June“ stammt eigentlich schon aus 2009 und bringt einen Hauch Ennio Morricone in den Synthie-Rocker, ehe sich das epische „Savantgarde“ (2006 entstanden) das Gitarrenspiel von MIKE OLDFIELD zum Vorbild nimmt. „Don’t Look Now“ nimmt einen langen, etwas verklärten Anlauf, um dann umso strahlender in Ohr und Bein zu gehen. „Tamsa“ ist der ganze Stolz seines Schöpfers, der an dieser Stelle die stimmungsvollste und lebendigste musikalische Meditation des Albums verortet. Zweifellos ist es eine sehr atmosphärische Nummer, was jedoch auch auf die nachfolgenden Lieder „Valkyria“ und das instrumentale „Dust“ zutrifft. Bleibt noch der Titelsong „The Dying Option“, bei dem auch weiblicher Gesang zu hören ist.

Mastermind Martin Persner hatte bei den Arbeiten zu „The Dying Option“ insbesondere den Sci-Fi-Kult-Streifen „Blade Runner“ im Kopf. Die Musik soll sich anfühlen wie (potenzielle) Rockmusik aus diesem Klassiker. Für die Filmmusik waren damals VANGELIS verantwortlich und gewisse Parallelen gibt es in der Tat. „Es soll so klingen, wie die Zukunft im Jahr 1982 geklungen hat.“ sagt Persner und vielleicht war das vor 40 Jahren tatsächlich mal die entsprechende Vision. Ich persönlich fühle mich eher an LONG DISTANCE CALLING mit Gesang und stark zurückgenommenen Gitarren oder SÓLSTAFIR auf Synthie-Basis erinnert. Dazu sei gesagt, dass mir sowohl LONG DISTANCE CALLING als auch SÓLSTAFIR im Original lieber sind, aber MAGNA CARTA CARTEL gelingt es mit „The Dying Option“ auf wunderbare Weise, Besitz von mir zu nehmen und mein Kopfkino zu befeuern.

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