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MAJMOON - Procedure In A Case of Breakdown

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Artist MAJMOON
Title Procedure In A Case of Breakdown
Homepage MAJMOON
Label BLUNOISE
Leserbewertung
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6.3/10 (6 Bewertungen)

Seit nunmehr zehn Jahren erforschen MAJMOON aus München diverse Formen des experimentellen Rocks durch audiovisuelle Interaktionen. Dabei wechselten die Besetzungen und es entstanden verschiedene Projekte durch Kooperationen mit andern Musikern und Performancekünstlern. Josip Pavlov, Asmir Sabic, Sascha Saygin und Gene Aichner verstehen sich sowohl als Rockband als auch als Kunstprojekt (vgl. Aktionen wie MajMusicalMonday, MajMusical-Radio sowie diverse musikalische und filmische Co-Produktionen).

In diesem Sinne ist „Procedure In A Case of Breakdown” ein Mix aus Rock, Noise und Chaos, der komplett live und ohne Overdubs gemeinsam mit Guido Lucas an den Reglern im Blubox Studio eingespielt wurde. Lucas, der nicht nur als Produzent von u.a. ULME, HARMFUL, BLACKMAIL oder auch den DONOTS in Erscheinung getreten ist, sondern auch bei SCUMBUCKET gespielt hat und weiterhin den Bass bei KEN und GENEPOOL zupft, hatte die Idee zum Konzert des Albums, das im hohen Maße von Improvisationen gekennzeichnet ist. Da wird gefrickelt und geschrammelt was das Zeug hält, wobei dies im Falle des Openers „Monkeyflow“ mit viel Tempo und wenig bis gar keinem Gesang geschieht. Überhaupt sind die Vocals nur gelegentliches Beiwerk, bei MAJMOON verlässt man sich lieber auf die Aussagekraft der Instrumente, die beim folgenden „Inferno“ ein selbiges verursachen, das jedoch erst nach einem langen, ruhigen und vertrackten Start ausbricht. „Liberation“ klingt versöhnlicher, bleibt dem Prinzip des jederzeit zu erwartenden eruptiven Ausbruchs jedoch treu, um mit „Freedom To Obey“ endgültig im angekündigten Sound-Chaos zu versinken. Derweil tummelt sich „Der Delfin“ in vergleichsweise eingängigen Gefilden, ehe mit „My Neighbour Doesn’t Have A Cat“ hochenergetische Schwingungen entstehen, die sich in noisigen Sound-Kaskaden entladen. Bleibt noch „Oj Gradino“ mit dem sich MAJMOON über knapp acht Minuten noch einmal eine amtliche Noise-Rock-Breitseite abliefern.

Live soll das Ganze noch um sehenswerte visuelle Effekte ergänzt werden – ich kann mir gut vorstellen, dass hier einige verstörende Elemente zu Einsatz kommen. Ganz wie bei der wahrlich nicht glatt polierten Mucke des Vierers, die von ihren Hörern einiges an Hingabe und Offenheit verlangt. Wenn man sich auf „Procedure In A Case of Breakdown” dann aber auch wirklich einlässt, erwartet die erfahrenden Musikkonsumenten ein vielschichtiger Soundkosmos mit allerlei Untiefen sowie jeder Menge Ecken und Kanten.

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