Band Filter

MALLEUS MALEFICARUM - Des bibles, des hymnes, des icones

VN:F [1.9.22_1171]
Artist MALLEUS MALEFICARUM
Title Des bibles, des hymnes, des icones
Homepage MALLEUS MALEFICARUM
Label ADIPOCERE
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
0.0/10 (0 Bewertungen)

Drei Grundpfeiler sehen MALLEUS MALLEFICARUM in der modernen Welt: Die Bibel, um der Menschheit in ihren Momenten der Schwäche Unterstützung und Bestätigung zu bieten. Hymnen, um ihr das Gefühl zu vermitteln, Teil einer einzigen, großen Familie zu sein. Und Ikonen, um auf gar keinen Fall ein eigenes Leben führen zu müssen.

Drei Grundtendenzen beobachte ich auf diesem Album: Erstens das Bemühen, Konventionen und Direktiven aus dem Weg zu gehen, bei gleichzeitiger Wahrung der maßgeblichen Eckpfeiler des Black Metal. MALLEUS MALLEFICARUM sind weniger von der hymnischen Fraktion, entstammen aber eben auch nicht der Brachial-Tradition. Das macht eine Klassifizierung schwierig, gerade auch, weil „Des bibles…“ sich nicht in die Reihe auserwählter Alben einfügt, welche Genres und Grenzen transzendieren. Zweitens geht man etwas bemüht dem Risiko aus dem Weg, verlässt sich die Musik zu sehr auf einfache Muster und das Bewährte: Weniges liegt völlig daneben, aber ein Seiltanz über einem weich ausgespannten Netz ist leider bedeutend weniger aufregend als einer über den Niagarafällen. Drittens erlaubt man sich aber innerhalb der eng gesteckten Grenzen kleine Ausflüge in benachbarte Sparten. „Agonie“ flirtet zeitweise mit Doom, „Ignorance Enivrante“ mit Indie-Rock und die locker gespannte Snare hat einen garagigen Touch, was in den ruhigen Passagen schön fies, in den schnellen Episoden aber zumeist schwächlich rüberkommt. Das hat drei Konsequenzen: Erstens eine leichte qualitative Schizophrenie. Viele Songs sind durchschnittlich und verzichtbar, doch wenn sie wagemutig wird, ist die Band zu Großem im Stande: „Interlude“ ist nur das schwermütige, instrumentale Interludium, das man wohl immer im Gepäck haben muss (irritierend!), doch in „Souffre en Silence“ kümmert sich Shouter Tamas einen Dreck um den Liedtitel und kreischt wie kirre (kolossal!). Zweitens zerreißt es manche Tracks geradezu, weil eine eindeutige Ausrichtung fehlt. Der völlig zügellose Abgehteil von „Ballet Mortuaire“ harmoniert beispielsweise mäßig mit dem beinahe gemütlich dahertreibenden Kopf- und Schlusssatz. Und drittens verstehen sich die Franzosen auf kurzweilige Unterhaltung. Auch wenn ihre nihilistische Weltsicht graue Ansichten propagiert, ist ihr nunmehr zweites Werk bunt und abwechslungsreich.

Drei Schlussfolgerungen ziehe ich aus dem Gesagten. Erstens kann man mit „Des bibles…“ keinen Fehlkauf machen. Es gibt genug zu entdecken und die verblüffende Formenvielfalt dürfte für jeden Hörer etwas bereithalten. Zweitens gibt es andersherum keinen wirklichen Kaufgrund. Außer man mag sein original indisches Vindaloo Curry lieber so mild wie eine Aprikose. Und drittens schützt selbst die apokalyptischte Ideologie nicht vor Glück. Herrlich paradox ist das und man darf sich schon auf das nächste Opus freuen. Das dritte der Band übrigens.

Es ist noch kein Kommentar vorhanden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

Mehr zu MALLEUS MALEFICARUM