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MANTUS - Königreich der Angst

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Artist MANTUS
Title Königreich der Angst
Homepage MANTUS
Label TRISOL
Leserbewertung
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5.8/10 (5 Bewertungen)

Nicht jede Reunion ist nützlich für die Menschheit. Nach einigen Jahren der Ruhe entschlossen sich Martin Schindler und seine Schwester Tina ein „triumphales“ Comeback zu starten. Ehrlich gesagt, hab ich nie mitbekommen, dass es diese Formation nicht mehr gab. Ja, ich habe sogar ein altes Werk im Schrank stehen („Abschied“), was mich zu seiner Zeit gut unterhalten konnte. Doch als ich mich irgendwann aus den Klauen der immer oberflächlicher werdenden Gothic-Szene befreien konnte, flog auch diese Scheibe auf den Dachboden. Damals grenzte die Musik schon hart an der Grenze zur Lächerlichkeit. Triefend vor Trauer und künstlicher Melancholie diente MANTUS nur als Beiwerk zu einer Trash-Party.

Nun sind die Beiden zurück. Einiges hat sich getan, Jürgen Klinsmann ist nicht mehr Trainer bei den Bayern und Handy-Auslandstarife nicht mehr unerschwinglich. Mit ihrem Comeback-Album „Requiem“ konnten sie in der Szene viele Punkte sammeln. Ich frage mich, ob das vor zehn Jahren auch so gewesen wäre? Damals zählte noch Qualität im Gothic-Bereich. Heute wird Techno mit Kajal gemacht und als EBM verkauft. Sangen DAS ICH damals „Gott ist tot“, so muss man heute wohl leider sagen „Goth ist tot“. Daher ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass eine Grufti-Band, die mal nicht auf Techno macht, bejubelt wird. Doch wir wollen nicht zu hart urteilen. Nach „Requiem“ folgt nun mit „Königreich der Angst“ kurzerhand noch eine EP hinterher. Offensichtlich hat sich in den vergangenen Jahren doch einiges an Songs angesammelt, die ans Volk gebracht werden sollen. Musikalisch bleibt man sich natürlich treu. Tiefe Gitarren, gepaart mit klebrigen Keyboards – dazu Martin und Tina am Mikro. Martin wie immer düster, Tina blass und ausdruckslos. Da sind ja selbst die weiblichen Vocals bei ILLUMINATE künstlerischer. Neben acht neuen Songs gibt es noch zwei Remixe von „Untergang“ (der zu gefallen weiß!) und „Bei mir“ – Hurra: Remixe! Die neuen Stücke stehen qualitativ „Requiem“ in nichts nach. Der Titeltrack besticht durchaus mit Atmosphäre, während „Ein sanfter Tod“ ein süßes kleines Trauerlied darstellt. Richtig weh tut es eigentlich nur bei „Das Lied von der Elbe“. Solche Texte (Reim dich oder ich schlag dich) sollten verboten werden. Beim Refrain „Ich hasse die Stadt – und die Stadt muss weg“ sollten auch ambitionierte Umweltschützer auf die Barrikaden gehen. Peinlich!

Mit „Königreich der Angst“ können eingefleischte MANTUS-Fans nichts falsch machen. Die Produktion ist sauber und druckvoll, die Songs eben typisch MANTUS. Entweder man mag es oder man mag es eben nicht. Fans anspruchvollen Gothic-Rocks sollten jedoch zur neuen LACRIMOSA-Scheibe greifen.

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