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MANY THINGS UNTOLD - Atlantic

VN:F [1.9.22_1171]
Artist MANY THINGS UNTOLD
Title Atlantic
Homepage MANY THINGS UNTOLD
Label RISING RECORDS/ SPV
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
10.0/10 (1 Bewertungen)

DER Trend im Moment in den Gefilden der härteren musikalischen Gangart ist zweifelsfrei die Kombination aus Death- und Emocore. Und wer lässt sich von solchen Trends am leichtesten beeinflussen? Richtig, die Jugend! Aus diesem Grund sieht man auch immer mehr gepiercte Röhrenjeans- und enge Bandshirtträger mit ins Gesicht gekämmten Haaren und Seitenscheitel durch die Gegend schlurfen. Zu ihnen gehören auch Adam, Gary, Toby, Ash und Tim aus England, im Schnitt 17 Jahre alt. Doch was die Jungs von vielen Gleichaltrigen unterscheidet, ist die Tatsache, dass sie die Musik nicht nur hören – sie spielen sie auch! Als Schülerband gestartet, zockte man bereits stattliche 200 Shows unter dem Namen MANY THINGS UNTOLD und kann nun außerdem noch ihr knapp 39-minütiges Debüt-Werk „Atlantic“ vorweisen.

Die gewonnene Erfahrung durch die Live-Shows macht sich bezahlt und so klingt der junge Fünfer schon ziemlich abgeklärt und routiniert. Die Vereinigung der beiden zu Beginn erwähnten Musikstile macht ihnen genau sowenig Probleme, wie sie leider auch an Innovationen mit sich bringt. Technisch ist alles in grünem Bereich: Der Bass wummert gut, das Schlagzeug donnert unermüdlich und die Gitarren (stakkato-)riffen sich einen Wolf. Dazu kommt ganz ordentlicher Stimmeinsatz in Form von fiesen Shouts, Growls und typischem Emo-Clean-Gesang. Soweit alles echt nett, gut und schön – wenn es das Paket nicht schon zuhauf gebe würde. Was soll man zu so etwas noch schreiben, dass man nicht bereits in Rezensionen zu anderen Scheiben aus diesem Genre gelesen hat? Es gibt einfach absolut nichts Herausragendes an diesem Album, die zehn Songs sind alle im Bereich des guten Durchschnitts – ohne Total-Ausfall, aber auch ohne echten Hit. Das, was MANY THINGS UNTOLD noch am ehesten abhebt, ist ihr Alter. Der jugendliche Tatendrang ist nicht zu verkennen, in dem man einfach mal auf ein Intro oder dergleichen verzichtet und man ohne Rücksicht auf Verluste den Opener direkt mit einem Growl beginnt – doch dann? Hier hätte man von den Jungspunden gerne etwas Frisches erwarten wollen, doch diese mögliche Chance lässt man ungenutzt zugunsten von bekannten, allerdings auch bewährten Klängen. Genau wie die Jungs klamotten- und stylingtechnisch auf der aktuell großen Welle mit reiten, verhält es sich auch bei ihrer Musik. Diese ist, ich sage es noch mal, bei Leibe nicht schlecht! Das Album wird mit durchaus guten Songs wie dem Opener „In Oceans“ und dem abschließenden „Slovakia“ eingerahmt und mit beispielsweise „This May Be The End“ lässt sich auch dazwischen etwas finden, das wirklich angenehm zu hören ist. Trotzdem steht ein Song bzw. dessen Titel stellvertretend für alle anderen: „Safety In Monotony“. An sich ist jede Komposition gut zu hören, nette Breakdowns, Melodie und Wucht passen, das Shouting variiert und wechselt sich meist passend mit dem Klargesang ab, doch im Gesamtkontext des Albums wird es zum Einheitsbrei – ganz zu schweigen von einem Vergleich mit dem unzähligen Liedgut ähnlicher Formationen.

„Atlantic“ ist für jeden, der nicht genug vom Death/ Emocore bekommen kann sicherlich ein gefundenes Fressen und wird sicher nicht enttäuscht, denn auf sich selbst bezogen haben MANY THINGS UNTOLD mit ihren jungen Jahren locker mit ihren älteren, evtl. sogar schon etablierten, Kollegen ziemlich gleich gezogen. Ansonsten muss man leider sagen, dass man zu der Platte nicht mehr viel sagen kann – zumindest nichts Neues, dafür bietet sie nämlich einfach zu wenig davon.

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