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MARATHONMANN - Alles auf Null

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Artist MARATHONMANN
Title Alles auf Null
Homepage MARATHONMANN
Label REDFIELD RECORDS
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Normalerweise hätte die Münchner Post-Hardcore-Combo MARATHONMANN im vergangenen Jahr ihr 2019er Album „Die Angst sitzt neben dir“ in etlichen Clubs und auf verschiedenen Festivals lautstark zum Besten gegeben. Doch dann kam Corona und den Jungs wurde sprichwörtlich der Stecker gezogen. Doch anstand den Kopf in den Sand zu stecken, machten Fronter Michi Leitner, Jonathan Göres, Leo Heinz und Johannes Scheer genau das: sie zogen die Stecker ihrer Instrumente und gingen gemeinsam mit ihren Gastmusikerinnen Saskia Götz (Geige) und Elisa von Wallis (Cello & Gesang) auf die pandemiekonforme „Alles auf Null“-Akustik-Tour.

Die Unplugged-Konzerte waren sowohl für das Publikum als auch für die Band ganz besondere Ereignisse, und weil MARATHONMANN nicht wollten, dass das Ganze im Anschluss einfach wieder in Vergessenheit gerät, wurden sämtliche Shows mitgeschnitten. Zwölf der neu arrangierten Tracks haben die Bajuwaren jetzt auf dem Akustik-Album „Alles auf Null“ verewigt und präsentieren sich auf besonders mitreißende Weise. Denn die Punk-Kapelle hat nicht nur einfach den Strom abgestellt, sondern den Songs ein ganz neues, zu Herzen gehendes Gewand verpasst. Mein Favorit ist ganz klar „Flashback“ vom bereits erwähnten Longplayer „Die Angst sitzt neben dir“ – die Nummer funktioniert einfach in jeder Darreichungsform und auch ein weiterer Track der Langrille begeistert in Reduktion: „Die Bahn“ ist bereits in der Ursprungsversion ein leiserer Vertreter und verträgt es, noch ein wenig minimalistischer daherzukommen! Doch es gibt auch zwei Titel, die komplett neu mit auf diese ganz spezielle Konzertreise genommen wurden: „Hinter den Spiegeln“ und „Wo ein Versprechen noch was wert ist“ rücken die Lyrics noch mehr in den Fokus und betonen die gefühlvolle MARATHONMANN-Seite. „Rücklauf“ vom 2014er „… und wir vergessen was vor uns liegt“ zeigt sich beschwingt-rhythmusbetont und „Wir sind immer noch hier“ vom Debüt „Holzschwert“ aus 2013 hat dank der Streichinstrumente fast schon Irish-Folk-Temperament. Einen gefühlvollen „Blick in die Zukunft“ wagen die Musiker mit dem Stück vom 2016er „Mein Leben gehört dir“, bevor „Am Ende nichts“ akustische Leidenschaft weckt und das finale „Die Stadt gehört den Besten“ ins Bein geht.

Das Unplugged-Experiment, das MARATHONMANN im ersten Corona-Jahr mit ihrer „Alles auf Null“-Tour gestartet haben, darf zweifellos als geglückt bezeichnet werden und auch die Konservenkost, die sich daraus entwickelt hat, kann sich hören lassen und ist ein Lichtblick in einer Zeit, in der wir alle jeden Hoffnungsschimmer gebrauchen können. Wie sagt Michi so schön: „Benutzt euren Kopf und euer Herz!“ – dem habe ich nichts mehr hinzuzufügen!

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