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MARCUS WIEBUSCH - Konfetti

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Artist MARCUS WIEBUSCH
Title Konfetti
Homepage MARCUS WIEBUSCH
Label GRAND HOTEL VAN CLEEF
Leserbewertung
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10.0/10 (1 Bewertungen)

Das letzte KETTCAR-Album „Zwischen den Runden” ist zwei Jahre alt, da könnte man auf die Idee kommen, dass es an der Zeit wäre, mal wieder ins Studio zu gehen, um eine neue Platte aufzunehmen. Dachte sich MARCUS WIEBUSCH auch – allerdings wollte er diesmal im Alleingang tätig werden. Bzw. nicht mit der Band, die er 2001 mitgegründet hat. THEES UHLMANN hat’s im Grand Hotel van Cleef vorgemacht: die Zeiten sind gut für Soli! In der Tat schaffte es „Konfetti“ fast aus dem Stand auf #9 der Charts und auch wenn die andere Musiker mit von der Partie sind, macht die Wiebusch-Mucke einen hervorragenden Eindruck.

Was gleich beim Opener „Off“ auffällt, ist die Instrumentierung, die man von KETTCAR in dieser Form nicht kennt: Posaune, Waldhorn und Trompete wurden in Reykjavik von Helgi Jonsson, Stefan Jon Bernhardsson und Eirikur Orn Parlsson aufgenommen. Stampfende Beats begleiten den Sieben-Minuten-Song „Der Tag wird kommen“, der sich mit dem Werdegang eines homosexuellen Fußballers beschäftigt – man erinnere sich an das Coming Out von Thomas Hitzlsperger Anfang des Jahres. Mit Drive und ordentlich Gebläse schließt sich „Nur einmal rächen“ an, bevor das rhythmusbetonte „Jede Zeit hat ihre Pest“ Platz für Sprechgesang lässt. Die lebhaften Clap Hands von „Was wir tun werden“ könnten auch von Label-Buddy Thees stammen, während „Haters Gonna Hate“ ungewohnt dunkle Synthie-Sounds serviert. Unaufgeregt schön berührt das leise „Der Fernsehturm liebt den Mond“ des Hörers Herz, ehe „Das Böse besiegen (Der Exorzismus des David R.)“ auf dem Plan steht. Zutaten: Dezente Cello-Klänge, eingängige Melodien und kluge Texte. Nicht mehr lange und MARCUS WIEBUSCH kann seinen 46. Geburtstag feiern, da darf natürlich auch eine Hymne wie „Wir waren eine Gang“ als melancholischer Abgesang auf die Jugend nicht fehlen. Die Aufforderung zum „Springen“ erfolgt mit gut gelaunten Rhythmen, wohingegen „Schwarzes Konfetti“ eine gewisse Düsternis inne ist.

MARCUS WIEBUSCH hat ne Menge zu sagen, so viel ist schon mal klar. Er erhebt seine Stimme gegen Engstirnigkeit, Ewiggestrige, Hipster, Besserwisser und Mobber. Dabei gibt er jedoch nicht den strengen Moralapostel, sondern regt einfach nur geschickt zum Nachdenken ein und weiß dabei auch noch bestens mit seiner Musik zu unterhalten. Der Mann weiß halt wie es geht…

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