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MARDUK - Panzer Division Marduk (Re-Release)

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Artist MARDUK
Title Panzer Division Marduk (Re-Release)
Homepage MARDUK
Label REGAIN RECORDS
Leserbewertung
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9.0/10 (1 Bewertungen)

Vor neun Jahren erschien die „Panzer Division Marduk“ zum ersten Mal und wird seither von vielen Schwarzkitteln neben „Nightwing“ (1998) als das beste MARDUK-Album aller Zeiten bezeichnet. Der Backkatalog der Norweger um Bandkopf Morgan Steinmeyer Håkansson wurde von Regain Records wieder einmal verwertet, indem die oben genannten Alben und das 1997 erschienene „Germania“ dieser Tage in remasterter Form auf den Markt gebracht wurden. Die drei CDs kommen allesamt in schicken Digipaks, mit zum Teil neuem Artwork und inklusive informativen Booklets daher.

Die damals mit relativ kurzer Spielzeit ausgestattete „Panzer Division Marduk“ erscheint nun mit zwei Bonustracks („Deathride“ und „Todeskessel Kurland“) und zusätzlich gibt es noch ein Fan-Video obendrauf, das man sich allerdings zuvor bereits im Internet ansehen konnte. Zu „Panzer Division Marduk“ ist eigentlich schon alles gesagt worden und es gilt, wie oben bereits angedeutet, als das Kultalbum von MARDUK, da sie es auf ihm geschafft haben, eine verbrannte-Erde-Atmosphäre zu erschaffen, die ihresgleichen sucht. Während des Hörens glaubt man sich wahrhaftig inmitten eines Kriegsszenarios. Die Gitarrenriffs und die Schlagzeugeruptionen klingen wie Maschinengewehrsperrfeuer und Legion, der damalige Sänger MARDUKs, kreischt sich knapp 34 Minuten die Seele aus dem Leib. Die Songs der Norweger ziehen wie ein D-Zug an einem vorbei und das durchgehende Tempo der Scheibe bietet selten kurze Verschnaufpausen – beispielsweise bei „Baptism By Fire“ nach knapp zwei Minuten – vom Sound-Gemetzel der Jungs. Viele Lieder werden der Kriegsthematik treu bleibend mit Gefechtsauschnitten eingeleitet, wodurch das Gefühl, vom Krieg umgeben zu sein, noch realer wird. Gerade „Christraping Black Metal“ und „Blooddawn“ sind mit typisch nordischem Riffing ausgestattet und das Schlagzeug blastbeatet, was die Felle hergeben. Wenn man vermutet, es geht nicht härter und schneller, dann erwartet einen „Beast Of Prey“, das zum Ende hin von Legions gekeiftem „Jaaa! Jaaaaa!“ vervollkommnt wird. Das auf der Erstveröffentlichung an vorletzter Stelle kommende „502“ kann als Ode MARDUKs an den Panzer verstanden werden, der alles niederwalzt, egal was ihm in die Quere kommt. So ist der Titel bezeichnenderweise auch mit dem für dieses Kriegsgerät typischen Kettengeräusch hinterlegt. Das folgende „Fistfucking God’s Planet“ ist für mich der melodischste Track der Platte, da die Gitarren hier überwiegend aus dem „Standard“-Riffing der CD ausbrechen und so etwas wie eine Melodie spielen.

Das sechste MARDUK-Studioalbum, das oftmals als Genreklassiker bezeichnet wird, bietet insgesamt allerdings relativ wenig Abwechslung und die äußerst plakativ antichristlichen Texte sind auch Geschmackssache. Deshalb werden die Platte und vor allem die Texte für viele äußerst primitiv erscheinen. Davon mal abgesehen ist „Panzer Division Marduk“ eines der schnellsten und aggressivsten Alben der Black Metal Zunft. Die Bonustracks und das Video sind nicht das gelbe vom Ei, aber das üppig aufgemachte Booklet, der überarbeitete Sound und das Digipack inklusive der Linernotes von Gunnar Sauermann vom Metal Hammer machen diese Wiederveröffentlichung für (neue) Fans des schwarzen Metals zu einem Pflichtkauf!

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