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MARIA MENA - Weapon in Mind

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Artist MARIA MENA
Title Weapon in Mind
Label SONY MUSIC
Leserbewertung
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6.0/10 (2 Bewertungen)

Ja, heilige Maria, was ist denn in Frau Mena gefahren?

Wer der zart beschwingten Melodie des Eröffnungssongs ihres neuen Albums „Weapon in mind“ lauscht, ahnt noch nichts Böses, schreckt aber unweigerlich im Refrain auf. MARIA MENA hat die Fäkalsprache für sich entdeckt. „Shit just got interesting“ rotzt sie ins Micro, um im nächsten Song gleich mit „Fuck you“ weiterzumachen. Da muss ich als eingefleischter Fan aber erst mal schlucken. Und nicht nur sprachlich zeigt sich Frau Mena auf ihrem nunmehr 6. Album ungewohnt experimentell. Bei „All the love“ wird gepitcht und Vocoder-verzerrt, was das Zeug hält, meine Begeisterung hingegen hält sich in Grenzen. Doch von nun an wird es zunehmend besser. „I always liked that“ und „I love you too“ legen sich wie Balsam um die geschundene Fanseele. Auch „Madness“ mit Indie-Gitarren-Geschräbbel kann ich gut durchwinken. Die pompöse Hymne „Caught off guard, floored by love“ passt auch in den Mena-Kosmos, hier komme ich sogar mit den Elektro-Einsprengslern gut zurecht. Mit „You’re all telling stories“ begibt sie sich im Refrain stark ins Fahrwasser von ELLIE GOULDING, während sie bei anderen Songs ein Stück weit Gefahr läuft, sich selbst zu kopieren. Der Höhepunkt des Albums versteckt sich ganz am Ende: Für „The end“ beherrscht sie die Kunst, am Lautesten zu sein, wenn sie am Leisesten ist.

Melodien, die die Seele streicheln, Dramatik und Pathos über die Unmöglichkeit glücklicher Beziehungen kann Frau Mena immer noch. Und ihr Versuch, von eingetretenen Pfaden abzuweichen, ist in jedem Fall zu goutieren, wenngleich er nicht uneingeschränkte Euphorie bei mir auslöst. Anfang pfui, Rest hui, will ich mal resümieren. Fans der Vorgängeralben „Viktoria“ oder „Cause and effect“ möchte ich vom Blindkauf eher abraten.

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