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MARIA SOLHEIM - Frail

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Artist MARIA SOLHEIM
Title Frail
Homepage MARIA SOLHEIM
Label STRANGE WAYS / INDIGO
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Qualität setzt sich durch. Diese Hoffung, die angesichts Bohlen’scher Retortensternchen zum Stoßgebet mutiert, beweist sich mit „Frail“, dem nunmehr dritten Studioalbum der norwegischen Songwriterin MARIA SOLHEIM. Das Digipack bezaubert mit der Optik eines 70er-Jahre-Wohnzimmers, das Booklet ist ein eingeklebtes Faltzettelchen… Detailverliebtheit, die das Herz erwärmt! Und auch die zehn Songs treffen mit ihrem naiven Charme direkt den akustischen Sympathikus.

„Ich weiß, dass ich naiv bin. Aber ich will auch naiv sein, denn die Welt braucht naive Menschen.“ Mit Naivität und Retro-Attitüde spielt MARIA SOLHEIM ganz bewusst. So wurde „Frail“ mit analoger Technik in einem Kellerraum aufgenommen, auch einiges am musikalischen Equipment scheint antiquiert: Hammondorgel, Wurlitzer etc. verleihen den recht spartanisch arrangierten Liedern eine warme Simplizität und zeigen: Qualität setzt sich eben nicht nur durch, sondern ist auch noch zeitlos. Zeitlos schön.

„Frail“ als Albumtitel ist direkt programmatisch: Über der dezenten Instrumentierung schwebt die leise, zerbrechliche Stimme der jungen Ausnahmekünstlerin, und singt uns von Liebe, Schmerz, Enttäuschung und den anderen existenziellen Dingen des Lebens. Und genau deshalb verkommen die Lieder auf „Frail“ nicht zu banalem Geklimpere, sondern schillern sanft als unsterblich schöne Musikperlen. Ob der melancholische Opener „Too many days“, das fast schon nach BJÖRK klingende „Take my heart away“, das bluesige „Restless girl“ oder das bittersüße Outro „Because I’m dead“ – jedes Stück hat seine Berechtigung auf diesem Album und betört trotz seiner Schlichtheit. Oder wahrscheinlich gerade deswegen. Perfektion ist nämlich nicht erreicht, wenn einer Sache nichts mehr hinzuzufügen ist, sondern dann, wenn man ihr nichts mehr wegnehmen kann.

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