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MARIE FISKER - Ghost of Love

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Artist MARIE FISKER
Title Ghost of Love
Homepage MARIE FISKER
Label MARYVINE RECORDS/ R.D.S.
Leserbewertung
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Langsam neigt sich der Sommer seinem Ende zu und schon scheint sich in Skandinavien Melancholie breit zu machen. Zumindest erreichen mich verstärkt Platten nordischer Singer/Songwriter, die sich insbesondere wehmütigen Klängen verschrieben haben. Eine Vertreterin dieses Genre ist MARIE FISKER, die einen erstklassigen Mix aus alternativem Rock und Country auf dem Zettel hat. In der dänischen Heimat ist ihr Debüt „Ghost of Love“ bereits im vergangenen Jahr erschienen, jetzt kommt die Platte auch zu uns.

Mich erwartet so etwas wie die skandinavische und zudem weibliche Antwort auf NICK CAVE (so sprach HELGI JÓNSSON, der MARIE FISKER – wie auch schon PETE DOHERTY und JULIETTE LEWIS – mit auf Tour nahm), denn gleich der Opener und Titeltrack „Ghost of Love“ hat sich dunklen Klängen verschrieben, die wie bei dem gebürtigen Australier zu wohligen Gänsehaut-Schauern führen. Die Instrumente werden dezent, dabei jedoch äußerst effektvoll eingesetzt, so dass es eine uneingeschränkte Freude ist, Maries seidig-sinnlichen Stimme zu lauschen. Eine Prise Country und Americana wohnt jedem Lied inne, besonders ausgeprägt ist die fesselnde Beimischung bei „Hold On This For A While“ ausgefallen. So gewinnt die Nummer die Weite, welche man in Amerikas Mittelwesten vermutet und schon sieht man sich auf einem staubigen Highway in den Sonnenuntergang fahren. Eigentlich ist es natürlich nur die Fehmarnsundbrücke, die Deutschland und Dänemark verbindet, aber man wird ja wohl noch mal träumen dürfen und dazu ist der Erstling der 34-jährigen wahrlich bestens geeignet. „My Love My Honey“ und „Devil Tear“ zeigen dabei auch einmal eine etwas rauere Seite der Dänin; die rockigen Zutaten werden jedoch sparsam dosiert und halten sich dezent im Hintergrund. Die Grundstimmung ist entspannt, MARIE FISKER lässt sich Zeit, bis bei „City Lies“ mitsamt männlichem Gastgesang das Tempo anzieht. Für mich eine der besten Nummern auf „Ghost of Love“, das mit „Good Till Now“ wie zu erwarten hochemotional und mit abermals gemischt geschlechtlichen Vocals schließt.

Manchmal ist weniger mehr. Diese alte Weisheit unterstreicht MARIE FISKER mit ihrem eindringlichen Debüt auf das Feinste. Mit „Ghost of Love“ kredenzt die Kopenhagenerin zehn kleine Songperlen, die sie dank ihrer Zusammenarbeit mit dem Produzenten Anders Trentemöller bereits vor 50.000 Zuschauern beim letztjährigen Roskilde Festival zu Gehör bringen konnte, wo sie im Übrigen bereits 2005 gespielt hat. Im Oktober ist Frau Fisker für einige Termine auch in Deutschland unterwegs.

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