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MARIEMARIE - Dream Machine

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Artist MARIEMARIE
Title Dream Machine
Homepage MARIEMARIE
Label UNIVERSAL
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
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9.3/10 (3 Bewertungen)

Beim Stichwort “Harfe” fällt den meisten (wenn überhaupt) vielleicht Herr VOLLENWEIDER ein. Das sollte sich nun ändern. Auch Maria Scheiblhuber alias MARIEMARIE hat eine Harfe im Gepäck. Sie lässt ihre Klänge jedoch auf Elektrobeats, Schlagzeug und Cello treffen und nennt das Ergebnis „Folktronic-Pop“.

Wer bislang noch nicht auf die 30-jährige Sängerin aufmerksam geworden ist, der hat beim diesjährigen Vorentscheid für den ESC eine Chance. Dort wird sie mit „Cotton candy hurricane“ und „Candy jar“ zwei der eingängigsten Stücke ihres Debüts „Dream machine“ präsentieren. Wer sich danach für den Sound von MARIEMARIE erwärmen kann, der wird auf der CD jedoch einen wesentlich facettenreicheren Klangkosmos entdecken können.
Neben weiteren leicht zugänglichen Titeln wie „Open your eyes“, in dem MARIEMARIE den Zauber eines anbrechenden Tages einfängt oder dem leicht unterkühlten „Under the neon sky“ gibt es auch Stücke, die mit verschachtelter Songstruktur, Breaks und kleinen Eruptionen eine weit weniger poppige, dafür um etliches interessantere Seite von MARIEMARIE aufzeigen. „Tell me“, oder „20 Steps“ zum Beispiel, die sie mit fast BJÖRK-scher Entrücktheit zelebriert. Dazwischen gibt es dann noch vertonten Seelenbalsam, wie das traumverlorene „White“ oder den schwelgerischen Titelsong „Dream machine“, der trotz des Streichereinsatzes gekonnt alle Klippen des Kitsches umschifft. Abgesehen vom abschließenden „Unparadised“ steht die Harfe nie direkt im Vordergrund, sondern setzt eher gekonnt Akzente. Besonders gut zum Einsatz kommt sie für meinen Geschmack beim schön dahinfließenden „Wild bees honey“. Wer mehr Harfe möchte, dem sei die „Limited Deluxe Edition“ empfohlen. Hier gibt es die Bonus-CD „The engine“ on top, auf der MARIEMARIE 6 ihrer Songs aufs Wesentliche reduziert und mit größerem Harfeneinsatz interpretiert.

Nicht nur mit ihrer kupferroten Haarpracht, sondern im Wesentlichen durch die spannungsreiche Verquickung von organischen und analogen Sounds schafft sich MARIEMARIE ein unverwechselbares Profil. Mit „Dream machine“ ist ihr eine intelligent arrangierte Wundertüte gelungen, der man deutlich anhört, dass sie in erster Linie der Protagonistin selbst gefallen musste und sich nicht um irgendwelche Hörgewohnheiten oder Trends schert. Damit wird sie zwar voraussichtlich nicht die Fahrkarte zum ESC lösen, sich aber trotzdem eine respektable Fanbase aufbauen können.

1 Kommentar

  1. Christian sagt:

    Meine aktuelle Lieblings-CD!
    10 von 10 Punkten!
    …und live 13 von 10 möglichen!! ;-)))

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