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MARILYN MANSON - The High End of Low

VN:F [1.9.22_1171]
Artist MARILYN MANSON
Title The High End of Low
Homepage MARILYN MANSON
Label INTERSCOPE/ UNIVERSAL
Leserbewertung
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8.3/10 (6 Bewertungen)

Schockrocker MARILYN MANSON, der heute vermutlich kaum noch jemanden schocken kann – außer vielleicht Rentner aus der hintersten Provinz – ist mit seinem achten Studioalbum „The High End of Low“ zurück. Nachdem „Eat Me, Drink Me“ als Nachfolger des grandiosen „The Golden Age of Grotesque“ bei mir kaum punkten konnte und irgendwie auch ein wenig unterging (sorgte Herr Warner zu der Zeit doch eher durch seine 18 Jahre jüngere Freundin EVAN RACHEL WOOD für Schlagzeilen), war ich natürlich gespannt, was mich auf der neuen Scheibe erwarten würde. Immerhin ist Songschreiber und Bassist TWIGGY RAMIREZ wieder mit an Bord, der die Band im Jahre 2002 verlassen hatte, um sich auf musikalisches Neuland zu begeben und Anfang 2008 dann doch wieder einstieg. Doch zunächst blieb eine Portion gesunde Skepsis, bevor ich die Scheibe in den Player legte.

Doch diese Skepsis war in jedem Falle unbegründet, denn gleich beim Einsteiger „Devour“, welches zwar zunächst recht sanft beginnt, sich aber zunehmend steigert, um dann ebenso abrupt zu enden, wird klar, dass MANSON zu alter Form zurückgefunden hat. Und dieses Level kann er im Großen und Ganzen auch über die immerhin 15 Songs plus Remix halten. Mit „Pretty as a ($)“ geht es dann gleich zu Beginn richtig in die Vollen, inklusive der bei MARILYN obligatorischen Nazi- und Religionsanspielungen und natürlich darf auch eine gehörige Portion Aggression nicht fehlen. Mit dem folgenden „Leave a Scar“ werde ich dann aber nicht so ganz warm, irgendwie plätschert mir das zu seicht vor sich hin und bietet wenige Höhen und Tiefen. Nach dem fulminanten Auftakt eine kleine Enttäuschung und auch „Four rusted horses“, mit unterschwelligen Country Anleihen, will bei mir nicht so richtig zünden. Doch dafür entschädigt sofort das nachfolgende und recht plakative „Arma-godd**n-motherf**kin-geddon“. MANSON in Reinkultur und ziemlich gefällig. Vermutlich nicht umsonst die erste Singleauskopplung, wird dieser Titel bei den Fans sicherlich punkten und repräsentiert eigentlich im allgemeinen auch recht gut den Stil des gesamten Silberlings. In ähnlichem Gewand geht es bei „Blank an White“ weiter, bevor dann mit „Running to the edge of the world“ die erste „Ballade“ aufwartet. Der Song beginnt mit einer Akustikgitarre und es könnte fast Lagerfeuerromantik aufkommen, wäre es nicht gerade Herr MANSON, der sich dafür verantwortlich zeigte. Für die Band trotzdem eine ungewohnt ruhige Nummer dafür mit gewohnt destruktivem Text. Relativ ruhig geht es dann auch bei „I want to kill you like they do in the movies“ weiter, welches schon allein wegen des hervorragenden Titels (eine schöne popkulturelle Anspielung) zu meinen Lieblingsstücken zählt und zunächst auch ganz interessant daher kommt, sich dann aber gegen Ende hin etwas zieht und man irgendwann versucht ist, zum nächsten Titel weiter zu schalten. Aber das lohnt sich auch, denn sowohl bei „WOW“, inklusive einer gewissen 80er Attitüde, als auch bei „Wight Spider“ laufen die Amis erneut zur Höchstform auf. Mit „Unkillable Monster“ kommen wir dann zu meinem Favoriten auf „The High End of Low“. Ruhiger in den Strophen und aggressiv im Refrain, der durch eine gewisse Eingängigkeit bestechen kann. Im folgenden „We’re from America“ wird es wieder laut und schnell und MANSON darf ungestört seinen öffentlich bekannten Hass auf seine Heimat hinausschreien. Ähnlich aggressiv kommt auch „I have to look up just to see hell“ daher. Man hat also den allgemeinen Hass auf die Welt und auf verschiedene Institutionen im Speziellen an das hintere Ende des Albums verbannt. Was der Stimmung aber keinen Abbruch tut, und mal ganz ehrlich, so kennen und mögen wir Mr. MANSON doch am liebsten. Zum Abschluss wird es mit „Into the fire“ und „15“, mit vereinzelten Hip Hop Elementen (ja, das funktioniert tatsächlich und hört sich auch noch gut an) noch mal etwas ruhiger, bevor dann mit dem Teddy Bears Remix von „Arma-godd**n-motherf**kin-geddon“ das Ende des Werkes erreicht ist. Der Remix ist übrigens ziemlich elektronisch und stellenweise recht verspielt (daher wohl auch der plüschige Titel) ausgefallen, weiß aber ebenso wie das Original zu gefallen. Der Refrain, aufgepeppt mit einem Kinderchor lässt mich übrigens sofort an PINK FLOYDs „Another brick in the Wall“ denken. Aber das nur am Rande, denn der Remix könnte sich durchaus zu einem Hit auf den Tanzflächen der Nation mausern.

Mir hat „The High End of Low“ von Anfang an gefallen, wenngleich hier und da das ein oder andere schwächere Stück zu finden ist. Was aber durchaus zu verschmerzen ist, denn der Großteil der Kompositionen bewegt sich auf einem hohen Niveau und kann die kleinen Schwächen somit durchaus wett machen. An „The Golden Age of Grotesque“ kommt man für mein Dafürhalten zwar nicht so ganz ran, aber dennoch ist MARILYN MANSON ein ausgesprochen gutes Werk gelungen, welches wieder Lust auf den Herren macht, dachte ich doch zunächst, dass die Luft ein wenig raus ist und da in nächster Zeit keine Knaller mehr zu erwarten sind. Zum Glück wurde ich nun eines besseren belehrt.

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