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MARIONETTE - Spite

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Artist MARIONETTE
Title Spite
Homepage MARIONETTE
Label LISTENABLE RECORDS
Leserbewertung
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2.0/10 (1 Bewertungen)

“Marionette’s upcoming debut album will hit the metal-scene with the power of an atomic bomb in April 2008”… Uiuiui, ganz schön markantes Statement seitens des Promo-Sheets und wie so oft, wenn man mit solch Lobpreisungen überschüttet wird, ist der Inhalt dann meist doch recht ernüchternd… aber Hey: Die „Jungs“ waren schon zweimal in einer der größten schwedischen Tageszeitungen…Also, echt jetzt mal. Aber das ist hier ist wirklich reines „Marionetten-Theater“ (der musste natürlich kommen, auch wenn der Name standesgerecht einem japanischen Manga entnommen wurde, denn bei MARIONETTE haben wir es mit weiteren Vertetern der Visual-Kei-Szene zu tun).

Eine gewisse Voreingenommenheit ist bei diesem Trans-Gender-Stil von meiner Seite leider nicht auszuschließen (gegenüber MARIONETTE sehen CINEMA BIZARRE richtig männlich aus), denn musikalisch ist bei solchen Burschen, deren Aussehen anscheinend wichtiger als die Musik zu sein scheint, meist eher ein laues Lüftchen angesagt. Nun kann man MARIONETTE sicherlich für vieles diskreditieren, aber softe Sounds sind auf „Spite“ Mangelware. Hier regiert der Göteborg-Sound im Sinne der frühen IN FLAMES und Konsorten, aber die Schweden haben ein relativ großes Problem: Sie verstehen es nicht, vernünftige Songs zu schreiben. Alles bollert gleichförmig aus den Boxen, die Keif-Vocals nerven ab dem zweiten Song ob der fehlenden Abwechslung und die Keyboardeinlagen sowie Gitarrenmelodien sollen von den Unzulänglichkeiten ablenken, schaffen dies aber selten. Wo ENGEL oder MERCENARY packende Melodien in ihren Songs einflechten und für den gewissen Widererkennungswert sorgen, wo STILL REMAINS mit ihren catchy Keyboardeinlagen und poppigem Songwriting überzeugten (aber ebenfalls schon ein Produkt des Schweden-Metal-Recyclings waren), ist bei MARIONETTE überwiegend eine uninspirierte Klischee-Aneinanderreihung zu begutachten. Natürlich gibt es schlechteres als Tracks wie z.B. „Lies“, nur sind solch kleinen Lichtblicke etwas rar gesät. Aber wie kann ich nur auf solche missmutigen Statements zurückgreifen, wenn die Band doch eine „unheard of and original combination of styles“ bietet. Muss ich die letzten Jahre wohl im Wachkoma gelegen haben…

Was das ansonsten zuverlässige Qualitätslabel „Listenable“ (HACRIDE/ TEXTURES) dazu bewogen hat, die jungen Schweden zu signen, kann jedenfalls nicht nur musikalische Gründe gehabt haben. Hier hat die Marketingabteilung sicherlich auch nach vermarktbaren Gesichtspunkten gehandelt. Nur werden „echte“ Metal-Fans alleine wegen dem Aussehen einen Bogen um die Band machen, während der Sound für TOKIO HOTEL–Girlies sicherlich zu hart ist. Aber heutzutage ist ja alles möglich.

Als Fazit kann dennoch nur eines übrig bleiben: Seelenlose Musik, die am Reißbrett, bzw. am Laptop entstanden ist, braucht keiner. So oder so.

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