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MARIUS ZISKA - Home/Heim

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Artist MARIUS ZISKA
Title Home/Heim
Homepage MARIUS ZISKA
Label STARGAZER RECORDS
Leserbewertung
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10.0/10 (1 Bewertungen)

MARIUS ZISKA ist auf den Färöer-Inseln zuhause. Dieser Archipel im Nordatlantik besteht aus 18 Inseln und dient knapp 50.000 Menschen als zuhause. Schafe gibt es hier übrigens fast doppelt so viele, die zudem leuchtende Fußfesseln tragen, damit man sie im Nebel besser sieht. Vom Wetter werden die Färinger auch nicht eben verwöhnt: 280 Regentage im Jahr und Höchsttemperaturen von 11°C im Sommer sind nicht unbedingt gut fürs Gemüt, aber dafür friert es im Winter immerhin äußerst selten. Total fußballverrückt sind die Insulaner zudem auch noch und sie lieben die Musik.

Womit wir wieder bei MARIUS ZISKA wären. Der Mann heißt eigentlich Hans Marius Ziska und hat seiner Band auch gleich den eigenen Namen verpasst. 2013 erschien das Debüt „Recreation“ in englischer Sprache, jetzt wagen sie die Künstler auch an Songs im färöerischen Idiom. Allen acht Songs ist gemeinsam, dass sie sehr getragen und tiefgründig sind. Angefangen beim Opener „The House“, das mit einer filigranen Instrumentierung daherkommt und die Stimme des Bandleaders geradezu schweben lässt. Weiter geht’s mit „Let’s Not Fall Apart“, das dezenten Bombast in den Sound einbringt, ehe „Going Home“ erneut leise Töne anschlägt und „Shades“ sich des großen Themas „Liebe“ annimmt. Unterstützt wird Marius an dieser Stelle von EIVØR – der „Grande Dame“ der Färöer – ein wunderbares Duett mit Tiefgang! Einen weiteren Gast gibt es ganz am Ende zu hören. Hierbei handelt es sich um den Singer-Songwriter Svátar Knútur aus Island, der für das „Tokan“ (= Nebel) isländische Gesangsparts beisteuerte. Die Nummer ist auf den Inseln bereits ein großer Hit und gewann bei der Verleihung des Färöischen Musik-Awards (FMA) den Preis als bester Song. Auch wenn unsereins vom Text natürlich nichts versteht, reißt der rote Faden auch mit mit dem getragenen „Villingsarsjónin“ nicht ab und auch das minimalistische „Naerveran“ überzeugt mit verzaubernden Melodien, die sich auch bei „Aftur À Jørdina“ mit etwas mehr Tempo wiederfinden.

Marius’ charakteristische Stimme weiß in jeder Sprache zu gefallen und gemeinsam mit den Kollegen an den Instrumenten und Mirkofonen ist mit „Home/Heim“ eine gedankenvolle Platte entstanden, die das Herz in einer Weise erwärmt, die man in von der rauen Natur der Färöer nicht erwarten würde. Aber wahrscheinlich ist das genau der Grund für diese Art der Musik: der Mensch sucht sich auf diese Wege halt die wohlige Wärme, die der Wettergott ihm vorenthält.

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