Band Filter

MARK BRAGG - Bear Music

VN:F [1.9.22_1171]
Artist MARK BRAGG
Title Bear Music
Homepage MARK BRAGG
Label BELLWETHER MUSIC
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
0.0/10 (0 Bewertungen)

Bären haben es dieser Tage nicht leicht in unseren Breitengraden. Aber im Gegensatz zu Problembär Bruno ist die Begegnung mit „Bear Music“ völlig unproblematisch und auch Singer/ Songwriter MARK BRAGG macht einen ungefährlichen Eindruck. Der Kanadier war im vergangenen Jahr auf der Popkomm in Berlin zu Gast und bringt nach seinem hochgelobten 2003er Debüt „The Reckless Kind“ seinen zweiten Streich in die bundesdeutschen CD-Player.

Kanadas Antwort auf TOM WAITS ist ein musikalisches Multitalent. Neben seinen spitzzüngigen und nachdenklichen Texten zeichnet er auch für deren Vertonung verantwortlich und spielt Gitarre, Orgel und Piano. Überhaupt wurde „Bear Music“ mit „großem Orchester“ produziert. Nicht weniger als zehn Gastmusiker haben sich im Studio eingefunden, um die insgesamt 15 Songs für die Ewigkeit zu konservieren. Den Anfang macht das temporeiche „Bear and the Barbed Wire“. „The Bridge“ und „Amanda Lies“ fallen hingegen gelungen balladesk aus. „Spark Man“ und „Murder in the Southlands“ sind dann wieder richtige Songwriter-Songs, die in erster Linie von den mit nöliger Stimme vorgetragenen Lyrics leben. Nicht ganz von der Hand zu weisen ist der Vergleich BRAGGs mit Woody Allen. So soll MARK BRAGG das auf der Bühne darstellen, was Mr. Allen in seinen Filmen verkörpert (nach Aussage eines deutschen Konzertveranstalters ist er wie „BUDDY HOLLY auf Speed“). Selbst eine gewisse äußerliche Ähnlichkeit mit Allen ist unverkennbar. Etwas andere Töne schlägt „Country in the Girl“ an, das sogar zum Tanzen animiert. Ein Flügelhorn kommt bei „Song for Marvin“ zum Einsatz, was der Ballade noch mehr Substanz und Klasse verleiht. Damit nicht genug, werden beim südamerikanisch angehauchten „My Buick“ auch noch Saxophon und Trompete ausgepackt. Das Ergebnis ist ein Gute-Laune-Song, der sonnige Tage noch sonniger macht oder an regnerischen Tagen die Sonne scheinen lässt. „Which Doctor“ wird von Drums dominiert, die grundsätzlich einen hohen Stellenwert besitzen, immerhin sind nicht weniger als fünf Musiker mit der Rhythmus-Erzeugung betraut. „Plans for the Boys“ erinnert an den „Alabama Song“ der DOORS. Auch “Uncle Milo” lässt die DOORS aufblitzen, aber ebenso war sicherlich die Musik von NEIL YOUNG, den VIOLENT FEMMES oder dem bereits genannten TOM WAITS Inspiration für „Bear Music“ und somit MARK BRAGG. Den Abschluss macht der „Paranoid Monkey Blues“. Dank Trompete ein Blues mit leichtem Dixie-Jazz-Einschlag.

Die Qualitäten von „Bear Music“ erschließen sich nicht unbedingt im Schnelldurchlauf. Etwas Zeit sollte man schon mitbringen, dann tun sich jedoch kleine Songperlen auf, die erklären, weshalb MARK BRAGG in seinem Mutterland bereits mit einigen Preisen bedacht wurde. Wünschen wir ihm, dass es ihm und seiner „Bear Music“ besser ergeht als dem unglücklichen Bruno.

Es ist noch kein Kommentar vorhanden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

Mehr zu MARK BRAGG