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MARK LANEGAN BAND - No Bells on Sunday

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Artist MARK LANEGAN BAND
Title No Bells on Sunday
Homepage MARK LANEGAN BAND
Label HEAVENLY/ PIAS
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Auf den Planeten müssen wir noch warten, aber der Mond in dessen Umlaufbahn ist schon zu hören. Mark Lanegan ist sicher einer der umtriebigsten Künstler der heutigen Zeit. Das Schöne an seinem Output ist, dass er sich trotz, oder gerade wegen seiner markanten Stimme nicht auf eingefahrene Musikstile festlegt, sondern immer wieder überrascht und variiert. So kann es durchaus sein, dass man sich als Hörer das komplette Künstlerpaket mit dem Namen „Lanegan“ gar nicht zulegen mag, sondern die ein oder andere Veröffentlichung auslassen kann, ohne etwas zu verpassen. Komplettisten und leidenschaftliche Fans sind davon natürlich ausgenommen.

Erschien erst Ende letzten Jahres mit „Imitations“ eine eher altmodische Sammlung von Coversongs, legt er nun mit „No Bells on Sunday“ eine EP vor, die mal eben so vor dem „richtigen“ Album eingeschoben wird, aber auch in den gleichen Sessions entstanden ist. Lanegan hatte immer schon ein gutes Gespür dafür, in welchen Kontexten seine Songs wirken (sollen). Die Stücke auf „No Bells on Sunday“ seien seiner Meinung nach zu „goofy“, um zum Rest der Albumaufnahmen zu passen: „I’m less apt to throw away a song that might be a little weird nowadays. I can make it work with whatever I’ve got going”. Schön, dass er so denkt, denn die fünf Stücke sind qualitativ alles andere als Abfallprodukte. Dazu kommt, dass Lanegan hier vor allem die Fans bedient, die insbesondere seine Gastauftritte bei Projekten wie MOBY, SOULSAVERS oder UNKLE zu schätzen wissen. Letzteren kommt er mit Songs wie „Dry Iced“ oder „Sad Lover“ sehr nahe. Hier grummelt er sich wehmütig durch ein Gestänge aus unregelmäßigem Pochen und treibenden Beats. Düster-melancholisch bleibt die Stimmung auch hier zu jeder Zeit, diese Attribute gibt es bei ihm seit 25 Jahren quasi automatisch mitgeliefert – egal in welcher Besetzung.

„No Bells on Sunday“ ist also weit mehr als nur ein elektronisches Überbrückungskabel zum Album, sondern ein durchaus beachtenswerter Nebenschauplatz, dessen wahrer Stellenwert allerdings erst nach Begutachtung des Hauptwerks „Phantom Radio“ vollständig abzuschätzen ist.

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