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MARK LOTTERMAN - Better Things To Do

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Artist MARK LOTTERMAN
Title Better Things To Do
Homepage MARK LOTTERMAN
Label TOCADO RECORDS
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In den Promo-Infos lese ich, dass „Better Things To Do” das zweite Solo-Album des Niederländers Mark Lotterman ist und 13 neue Songs und in der Mitte eine „Microwave“ enthält. Moment, „Microwave“ – eine Mikrowelle? Tatsächlich, Song Nr. 7 heißt „Microwave“ und man hört auch nur das arbeitsame Brummen des Heißmachers, welches mit dem gewohnten „Pling“ endet, der das Ende der Garzeit verkündet. Na, was mich da wohl wieder erwartet…

Ich lese weiter und erfahre, dass es auch ein Lied über seine Schwangerschaft gibt. Inzwischen habe ich bereits die whiskeygeschwängerte Stimme des Herrn gehört, die nicht nur bei „40 Days Pregnant“ so klingt, als wären andere Umstände in diesem speziellen Fall definitiv auszuschließen. Ich habe es also einmal mehr mit einem etwas schrulligen Künstler zu tun, dessen Songs zwischen Rock und Blues, Ska und Rockabilly zu Hause sind. Für die Studioaufnahmen hat er sich nicht nur eine dreiköpfige Band dazugeholt, es durften neben dreizehn weiteren Einzelkünstlern auch noch der Mijnsheerenland-Shanty-Chor und die zwölfköpfige AMBRASSBAND aus Antwerpen mit ihren Blechinstrumenten anrücken. Musikalisch geackert Lotterman das weite Singer-/Songwriter-Feld und startet mit „How Wrong Can You Be?“ im countryesken Midtempo, ehe es mit „Dying Day“ und „Hit Me If I’m Weak“ zunächst sehr getragen weitergeht. Das aufgeräumte „Hate What You Can Change (And Sing For What You Can’t)“, für das sich Mark weiblicher Gesangsunterstützung und orgeliger Keyboardsounds bedient, gibt wieder munter Gas, um an den getragenen und sehr gelungenen Titeltrack „Better Things To Do“ abzugeben, bei dem MARK LOTTERMAN seine Stimme in extrem tiefe Regionen bringt und fast mehr spricht als singt. Die bereits angesprochenen Ska-Elemente kommen im Anschluss bei „Two Years“ zum Tragen, bevor eine Drehorgel den Sound von „Until The End of Days“ bestimmt. Beim „Funeral Song“ mit einem einleitenden Spoken-Word-Part und den scheppernden Blechinstrumenten kommt tatsächlich ein wenig Begräbnisstimmung auf und auch „40 Days Pregnant“ kommt eher melancholisch rüber. Diese Stimmung bleibt mit „Fart Out of Hell“ erhalten, wird mit „Crazy Way“ jedoch mithilfe einer schrägen Alleinunterhalter-Orgel aufgelockert, auch wenn der Song an sich zu den schwermütigeren Vertretern zählt. Damit kennt sich Lotterman allerdings bestens aus, wie er mit den noch fehlenden „River Wild“ und „New Orleans“ in slow motion beweist.

In den Niederlanden und Belgien ist MARK LOTTERMAN ob seiner atemberaubenden Live-Shows fast schon eine Berühmtheit. Der amerikanische Alternative-Country-Musiker JOHNNY DOWD spricht gar von der „großartigsten Rock ’N’ Roll-Band, die er in den letzten Jahren gehört hat, was konsequenterweise auch zu gemeinsamen Konzerten führte. Mich erinnert MARK LOTTERMAN an der einen oder anderen Stelle an NICK CAVE, mit dem er auf jeden Fall das sonore Organ und die Liebe zu lyrischen Texten teilt. Eine Prise JOHNNY CASH kommt auch noch dazu, womit wir geklärt hätten, für wen „Better Things To Do“ geeignet sein könnte.

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